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Euler Hermes Studie Exportrisiken: Deutschland-Holland - Fußballrivalen als Partner beim Export?

Hamburg (ots)

   - Euler Hermes Umfrage: 75 niederländische und 150 deutsche 
Exportunternehmen zu deren Handelserfahrungen, Chancen, 
Herausforderungen und Exportrisiken befragt
   - 84% der befragten niederländischen Exporteure handeln bereits 
mit Deutschland, umgekehrt sind es 69% der deutschen Unternehmen - 
bei den Expansionsplänen setzen Niederländer stärker auf deutschen 
Markt als umgekehrt
   - Deutsche Exporteure setzen weiterhin auf "Wanderlust" im 
Ausland, Niederländer auf europäische Heimspiele - Risiken dadurch 
ungleich verteilt; Deutsche leiden stärker unter verschlechterter 
Zahlungsmoral
   - Deutscher Bio-Lebensmittelmarkt birgt für niederländische 
Nachbarn großes Wachstumspotenzial; beide Länder könnten 2016 Exporte
ins jeweilige Nachbarland deutlich steigern

Der führende Kreditversicherer Euler Hermes hat zusammen mit der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK) insgesamt 225 Exportunternehmen in den Niederlanden und Deutschland zu deren Handelserfahrungen, Herausforderungen und Exportrisiken befragt. Dabei haben die Volkswirte auffällige Gemeinsamkeiten der beiden Nachbarländer festgestellt - aber auch eine Vielzahl an Unterschieden, insbesondere bei den Expansionsplänen in neue Märkte.

Rivalen im Fußball - aber Partner bei Wirtschaftsbeziehungen mit Expansionsplänen

"Deutschland und die Niederlande sind Rivalen auf dem Fußballplatz, in der Wirtschaft hegen sie dagegen eine große Sympathie füreinander", sagte Ron van het Hof, CEO von Euler Hermes für Deutschland, Österreich und die Schweiz. "Ich bin dafür übrigens ein hervorragendes Beispiel als Holländer bei Euler Hermes in Deutschland. Beide Länder verbindet vieles, sowohl kulturell als auch wirtschaftlich - und natürlich auch als Gegner im Sport. Die bestehenden Handelsverbindungen sind eng und die Zusammenarbeit gut: 84% der befragten niederländischen Exportunternehmen handeln bereits mit den deutschen Nachbarn, umgekehrt sind es 69%. Zudem wollen 82% der exportorientierten holländischen Firmen Handelsbeziehungen mit Deutschland aufbauen oder diese ausweiten. Die Deutschen sind mit 20% etwas zurückhaltender, was vor allem an den unterschiedlichen Ausfuhrgütern und -strategien liegt. Die Deut-schen packt auch beim Export ungebrochen die Wanderlust, während die Niederländer auf europäische Heimspiele setzen. Die Kehrseite der Medaille ist das Risiko - die Deutschen leiden dadurch wesentlich stärker unter einem verschlechterten Zahlungsverhalten als die Niederländer."

25% der Deutschen leiden unter schlechterer Zahlungsmoral - trotz Risiken Expansion im Ausland

25% der befragten deutschen und nur 17% der niederländischen Exporteure klagen über ein verschlechtertes Zahlungsverhalten im In- wie im Ausland. Insbesondere in Schwellenländern hat sich zuletzt die Zahlungsmoral deutlich verschlechtert, allen voran China. Dort zahlen Unternehmen im Schnitt zwei Tage später als noch vor einem Jahr. Zudem sind Zahlungsausfälle stark angestiegen und Euler Hermes erwartet einen Anstieg der Insolvenzfälle auf bis zu 25% in 2015 und weiteren 20% in 2016.

Trotz der steigenden Risiken wollen laut Euler Hermes Umfrage 70% der befragten deutschen Unternehmen in den kommenden drei Jahren neue Märkte erschließen und dadurch im Ausland expandieren. Bei den Niederländern plant hingegen nur knapp die Hälfte (48%) den Schritt in neue Sphären, weitere 30% setzen ihren Fokus auf Kundentreue und Erhalt des bestehenden Kundenstamms. Der Unterschied erklärt sich durch den starken Fokus der Niederlande auf intermediäre Handelsgüter, die für europäische Märkte bestimmt sind. Diese machen bei niederländischen Unternehmen ein Drittel aus, bei den deutschen Firmen nur 19%.

Wo exportieren sie denn? Niederländer zieht es nach Deutschland, die Deutschen in die Welt

"Die Diversifizierung stand bei der Exportstrategie der Deutschen schon immer im Mittelpunkt", sagte Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Euler Hermes Gruppe. "So ist es kaum verwunderlich, dass ein Drittel der befragten deutschen Exporteure in Europa, ein Drittel in China und ein Drittel in den USA expandieren will. Bei den Holländern liegt das Gute so nah, dass sie weniger in die Ferne schweifen wollen. Der heute bereits wichtigste Handelspartner Deutschland wird bei niederländischen mit 82% am häufigsten genannt, wenn es um den Ausbau der Geschäftsaktivitäten geht, gefolgt von weiteren europäischen Märkten wie Belgien, Frankreich und Großbritannien - das deckt sich weitestgehend mit den derzeitigen Aktivitäten."

Deutsche Exporte in die Niederlande: 2016 Plus von 5,8 Mrd. erwartet, fünf Branchen profitieren

Beide Länder können nach Ansicht des führenden Kreditversicherers im kommenden Jahr ihre Exporte ins jeweilige Nachbarland erheblich steigern. Für Deutschland prognostiziert Euler Hermes einen Zuwachs bei den Exporten in die Niederlande um 5,8 Mrd. Euro - damit liegen die Niederland nach Frankreich und China auf dem Bronze-Rang bei den zusätzlichen Exporten, die der Kreditversicherer für Deutschland auf insgesamt 65 Mrd. Euro beziffert. Von dem nachbarschaftlichen Handel profitieren in Deutschland maßgeblich fünf Sektoren: Die Chemie- (21% der zusätzlichen Exporte bzw. EUR1,2 Mrd.) und die Lebensmittelbranche (13%/EUR 0,8 Mrd.) sowie Maschinenbau, elektronische Produkte (beide jeweils 10%/EUR 0,6 Mrd.) und Automobilindustrie (7%/EUR0,4 Mrd.).

Bei den Niederländern erwarten die Euler Hermes Volkswirte zusätzliche Exporte in Höhe von rund 4,8 Mrd. Euro im kommenden Jahr. Die Lebensmittel- (37%/EUR1,1 Mrd.), Chemie- (32%/EUR1 Mrd.) und Energiebranche (29%/EUR 0,9 Mrd.) sind hier die Gewinner.

Deutscher Bio-Lebensmittelmarkt birgt enormes Wachstumspotential für niederländische Firmen

"Eines der größten Potenzial für holländische Exporteure sehen wir zum Beispiel im deutschen Bio-Lebensmittelmarkt", sagte Subran. "Wir erwarten, dass dieser in den kommenden Jahren auf rund 15 Mrd. Euro anwächst. Die meistgekauften Produkte in diesem Segment sind Gemüse, Fleisch und Milchprodukte (Eier) - und genau dort sind niederländische Unternehmen insgesamt gut aufgestellt. Im Biosegment sind sie allerdings mit nur einer Milliarde Euro an Exporten nach Deutschland noch unterrepräsentiert und haben dort sehr gute Wachstumsaussichten. Wir schätzen diese auf bis zu 5 Milliarden Euro an zusätzlichen Exporten in diesem Bereich bis 2020."

Die vollständige Studie zur Umfrage deutscher und niederländischer Exportunternehmen (Englisch) finden Sie auf: http://ots.de/TqRUN

Eine aktuelle Länderrisikoeinschätzung zu den Niederlanden finden Sie hier (Englisch): http://ots.de/um83o

Über Euler Hermes

Euler Hermes ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und anerkannter Spezialist in den Bereichen Kaution, Garantien und Inkasso. Das Unternehmen verfügt über mehr als 100 Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an, um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen. Über das unternehmenseigene Monitoringsystem verfolgt und analysiert Euler Hermes täglich die Insolvenzentwicklung kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen. Insgesamt umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Paris ist in mehr als 50 Ländern vertreten und beschäftigt über 6.000 Mitarbeiter. Euler Hermes ist eine Tochtergesellschaft der Allianz und ist an der Euronext Paris notiert (ELE.PA). Das Unternehmen wird von Standard & Poor's und Dagong Europe mit einem Rating von AA- bewertet. 2013 wies das Unternehmen einen konsolidierten Umsatz von EUR 2,5 Milliarden aus und versicherte weltweit Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 860 Milliarden.

Euler Hermes beschäftigt in Deutschland rund 1.400 Mitarbeiter, am Hauptsitz in Hamburg sowie in weiteren Niederlassungen in Deutschland.

Weitere Informationen auf www.eulerhermes.de, LinkedIn oder Twitter @eulerhermes

Die Einschätzungen stehen wie immer unter den nachfolgend angegebenen Vorbehalten.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen: So weit wir hierin Prognosen oder Erwartungen äußern oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen, können diese Aussagen mit bekannten und unbekannten Risiken und Ungewissheiten verbunden sein. Die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen können daher wesentlich von den geäußerten Erwartungen und Annahmen abweichen. Neben weiteren hier nicht aufgeführten Gründen ergeben sich eventuell Abweichungen aus Veränderungen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage und der Wettbewerbssituation, vor allem in Allianz Kerngeschäftsfeldern und -märkten, aus Akquisitionen sowie der anschließenden Integration von Unternehmen und aus Restrukturierungsmaßnahmen. Abweichungen resultieren ferner aus dem Ausmaß oder der Häufigkeit von Versicherungsfällen, Stornoraten, Sterblichkeits- und Krankheitsraten beziehungsweise -tendenzen, und insbesondere im Bankbereich aus dem Ausfall von Kreditnehmern. Auch die Entwicklungen der Finanzmärkte und der Wechselkurse, sowie nationale und internationale Gesetzesänderungen, insbesondere hinsichtlich steuerlicher Regelungen, können einen Einfluss ausüben. Terroranschläge und deren Folgen können die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß von Abweichungen erhöhen. Die Gesellschaft übernimmt keine Verpflichtung, die hierin enthaltenen Aussagen zu aktualisieren.

Pressekontakt:


Antje Stephan
Pressesprecherin
Euler Hermes Deutschland
Niederlassung der Euler Hermes SA
Telefon: +49 (0)40 8834-1033
Mobil: +49 (0)160 899 2772
antje.stephan@eulerhermes.com

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