Kolpingwerk Deutschland gGmbH

Bedrohung für die Soziale Marktwirtschaft
Kolpingwerk Deutschland kritisiert Aushöhlung des Prinzips der Sozialpartnerschaft

Berlin/Köln (ots) - Die politische Öffentlichkeit empört sich über die Art und Weise der Standortschließung des Mobilfunkkonzerns Nokia in Bochum. Den Protesten und der Sorge um die berufliche Zukunft der betroffenen Arbeitnehmer schließt sich auch das Kolpingwerk Deutschland an. "Dass es zu einem erheblichen Abbau von qualifizierten Arbeitsplätzen im Bochumer Werk des Konzerns und in den Zulieferindustrien kommt, ist für den regionalen Arbeitsmarkt ein riesiges Problem", schätzt der Kolping-Bundesvorsitzende Thomas Dörflinger (MdB) die Situation ein. Es könne zwar in einem marktwirtschaftlichen System weder eine Standortgarantie noch eine lebenslange Jobgarantie geben. "In einer Sozialen Marktwirtschaft gibt es aber elementare Spielregeln, über die die Nokia-Konzernleitung kaltschnäuzig hinweggeht", betonte der Bundestagsabgeordnete in Berlin. Dazu gehöre die frühzeitige und ernsthafte Einbeziehung der Arbeitnehmervertretung. "Ich vermisse Bemühungen dieses internationalen Konzerns, gemeinsam mit dem europäischen Betriebsrat zu einem für die meisten Betroffenen erträglicheren Ergebnis zu kommen. Das Prinzip der Sozialpartnerschaft wird so ausgehöhlt", kritisiert Dörflinger die Unternehmenspolitik und fordert die Konzernleitung zu einem raschen Einlenken auf den Pfad der Sozialen Marktwirtschaft auf. "Anderenfalls droht ein rapider Akzeptanzverlust der marktwirtschaftlichen Ordnung. Das kann weder im Interesse der Unternehmen noch einer freiheitlich orientierten Politik sein."

Die Aufforderung zum Konsumentenboykott von Nokia-Produkten wertet der Kolping-Bundesvorsitzende als sinnvollen, aber allein noch zu kurz greifenden Ansatz. "Wir müssen dahin kommen, über das Konsumverhalten die Unternehmenspolitik mitzusteuern", fordert Dörflinger auch die Mitglieder des Kolpingwerkes auf. Dafür gebe es bereits gute Beispiele, die dann aber auch konsequent durchgetragen werden müssten. So sei es mit dem Fairen Handel gelungen, den Konsum von Waren aus Entwicklungsländern mit einer ethisch motivierten Kaufentscheidung zu koppeln. Gleiches gelte für den Boykott von verkaufsfreien Sonntagen. Wenn sich genügend Konsumenten ihres Einflusses bewusst würden und nicht alles mitmachten, werde das die Konzernchefs nicht kalt lassen. "Nur das Handy zu wechseln, reicht da aber nicht aus", betonte Dörflinger das anspruchsvolle Programm des Kolpingwerkes.

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