Celesio AG

"Das Gesundheitssystem braucht mehr Wettbewerb"

Stuttgart (ots) -

   - Ministerpräsident Günther Oettinger fordert effiziente 
     Strukturen im Gesundheitswesen
   - Celesio Symposium zum Wandel im Gesundheitsmarkt zieht 400 
     Teilnehmer nach Stuttgart 

"Das Gesundheitssystem braucht den Wettbewerb, um effiziente Strukturen zu schaffen", betonte Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger zum Auftakt des Celesio-Symposiums "Gesundheitsmarkt im Wandel" am Freitag in Stuttgart. Planwirtschaft könne nicht die Zukunft des Gesundheitswesens sein. Als positive Beispiele für flexible und dynamische Gesundheitsmärkte nannte Oettinger die Schweiz und Großbritannien.

Professor Bert Rürup, Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, forderte angesichts des Wandels im Gesundheitswesen die Politik zum Handeln auf. Die Rahmenbedingungen müssten einen "Wettbewerb mit gleich langen Spießen" ermöglichen. Dies gelte für Versorgungsformen wie auch für Distributionskanäle von Arzneimitteln. Ein "Rosinenpicken im Gesundheitsmarkt" dürfe nicht stattfinden.

Im Blick auf eine mögliche Aufhebung des Fremd- und Mehrbesitzverbotes für Apotheken in Deutschland sagte Rürup, es gebe viele gute Argumente für die inhabergeführte Präsenzapotheke, aber wenig gute Gründe, die gegen die Einführung von Apothekenketten sprächen.

Fritz Oesterle, Vorsitzender des Vorstandes der Celesio AG, sprach sich dafür aus, Arzneimittel auch in einem liberalisierten Markt ausschließlich von Apothekern vertreiben zu lassen: "Für eine Abgabe an Kiosken oder Tankstellen gibt es keine Notwendigkeit und damit keine Rechtfertigung."

Zudem forderte Oesterle, die Apotheker sollten mit mehr Kompetenzen im Gesundheitssystem verankert werden. "Unser heutiges Gesundheitssystem nutzt überhaupt nicht das, was in einem guten Pharmazeuten fachlich und sachlich eigentlich steckt." Eine Grundlage dafür in Deutschland könne das jetzt diskutierte Präventionsgesetz liefern. Zum Symposium "Gesundheitsmarkt im Wandel - Politische und wirtschaftliche Perspektiven" waren rund 400 Gäste ins Stuttgarter Haus der Wirtschaft gekommen.

Zitate zur Veranstaltung "Gesundheitsmarkt im Wandel" am 29. Februar 2008 in Stuttgart

   "Ich freue mich, dass ein solches Symposium in Baden-Württemberg 
   stattfindet. So etwas sollte man häufiger machen, und ich hoffe, 
   dass daraus eine Tradition wird."
   - Günter Oettinger, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg 
   "Wir könnten durch die EU in die Situation kommen, dass 
   Kapitalgesellschaften über Nacht in den Markt kommen. Daher die 
   Frage: Müssen wir die Rahmenbedingungen nicht heute schon 
   diskutieren für den Fall der Fälle, damit der freiberufliche 
   Apotheker überhaupt eine Chance hat. Aber warum sollen wir uns das
   Thema antun, wenn der Verband, der eigentlich diese Aufgabe hätte,
   dieses Thema totschweigt." 
   - Jens Spahn, MdB 
   "Statt über Details zu diskutieren, wird bei der ABDA die Energie 
   darauf verwendet, die Apotheken mit Textbausteinen zu versorgen, 
   die sie dann an Abgeordnete schicken." 
   - Birgitt Bender, MdB 
   "Die Politik verliert den Handlungsspielraum, wenn sie sich in 
   Sachen Liberalisierung wegduckt." 
   - Birgitt Bender, MdB 
   "Wenn man etwas (die Marktveränderung) nicht verhindern kann, 
   sollte man es begrüßen. Die Politik wäre gut beraten, nicht nur 
   reaktiv auf Gerichtsurteile zu handeln, sondern versuchen, 
   absehbare Entwicklungen zu gestalten." 
   - Prof. Dr. Bert Rürup 
   "Die Sicherheit der Arzneimittelversorgung auf dem Land ist keine 
   Frage des Fremd- und Mehrbesitzverbotes." 
   - Dr. Monika Stolz, Gesundheitsministerin des Landes      
   Baden-Württemberg 
   "Ich gehe davon aus, dass Veränderungen kommen werden. Wir als 
   Politik müssen uns darauf vorbereiten. Es gibt auch unter den 
   Apothekern bereits eine Vielzahl, die dies tun." 
   - Dr. Monika Stolz, Gesundheitsministerin des Landes      
   Baden-Württemberg 
   "Wir brauchen die Liberalisierung." 
   - Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen 
   "Ich stehe zu den gleichlangen Spießen, wie sie Bert Rürup 
   gefordert hat. In einem Liberalisierungsprozess muss derselbe 
   Start für alle gewährleistet sein, sonst haben wir Apotheker keine
   Chance im künftigen Wettbewerb, weil uns die notwendigen 
   Wettbewerbsinstrumente in der Vergangenheit nicht erlaubt waren."
   - Dr. Werner Gajewski, Apotheker, Bauhaus Apotheke Steinfurt 

Über den Celesio-Konzern:

Celesio, Europas führendes Handels- und Dienstleistungsunternehmen für Arzneimittel, erreichte 2006 einen Umsatz von 21,6 Milliarden Euro. Zum 30. September 2007 arbeiteten 37.486 Menschen für das Unternehmen. Celesio ist in 16 Ländern aktiv. Die drei Geschäftsbereiche Großhandel, Apotheken und Services decken die gesamte Bandbreite des Pharmahandels und der pharmabezogenen Dienstleistungen ab. Im Großhandel führen 131 Niederlassungen Tag für Tag über 100.000 Lieferungen durch. 2.236 eigene Apotheken bedienen täglich mehr als 500.000 Kunden. Im Bereich Services bietet Celesio den Pharmaherstellern Logistik- und Distributionslösungen und unterstützt sie bei Vertrieb und Marketing.

Pressekontakt:

Rainer Berghausen, Celesio AG, +49 (0)711.5001-549
rainer.berghausen@celesio.com



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