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rbb-RadioBERLIN 88,8: Buschkowsky zum Tod von Helmut Schmidt: "Deutschland ist ein Stück ärmer geworden"

Berlin (ots) - Der langjährige Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky (SPD) hat den verstorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) als herausragende und charismatische Persönlichkeit gewürdigt.

Dem rbb-Sender RadioBERLIN 88,8 sagte Buschkowsky am Mittwochmorgen, man habe einen der letzten Politiker verloren, die noch Visionen hatten und pragmatisch handelten. "So abgedroschen, wie sich das anhört, Deutschland ist ein Stück ärmer geworden. Deutschland hat einen ganz, ganz großen Kopf verloren. ... Dieser Mann hat in Deutschland Geschichte geschrieben, und er hat auch ein Bild von Deutschland im Ausland gemalt, wo wir den Benefit überhaupt nicht ermessen können."

Buschkowsky, der angab, wegen Helmut Schmidt überhaupt in die SPD eingetreten zu sein, zeigte sich insbesondere von den intellektuellen Fähigkeiten des Altkanzlers beeindruckt. "Er war eine Person, ich sage immer, einen Demonstration der Natur, wie scharf der menschliche Verstand sein kann, gemessen an den sehr flachen Ausschlägen, die uns ja auch begegnen. Von daher hat mich dieser Mann immer fasziniert. Und ich sage mal, kennen Sie sehr viele Beispiele, wo ein Interview mit einem 90-jährigen Mann noch so ein intellektueller Hochgenuss sein kann wie mit Helmut Schmidt. Er war schon jemand, wie ihn ein Volk in einem Jahrhundert nicht sehr oft hervorbringt. Ich denke, er ist eine absolute Ausnahmeerscheinung, und er wird auch seinen Platz in den Geschichtsbüchern finden."

Buschkowsky sprach davon, dass er in der aktuellen Politik das Credo Schmidts vermisse, mit Vernunft praktische Politik zu machen. "Glauben Sie, dass mit Helmut Schmidt so ein Hühnerhaufen möglich gewesen wäre, wie wir ihn heute bei der Flüchtlingskrise haben. .... Denken Sie an die letzte Episode. Hier am Donnerstag sitzen die Spitzen der Koalition zusammen, verabreden was, und am Freitag kommt der Innenminister und hat eine völlig neue Idee. Ich sag mal, so kann man doch Politik nicht machen. Da ist doch völlig klar, dass die Leute Zuhause sagen, die wissen nicht mehr, was sie wollen. Kein Mensch weiß, wo das Schiff hingelenkt wird. Sowas ist mit Helmut Schmidt nicht möglich gewesen."

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