Reporter ohne Grenzen e.V.

ROG: Behinderung von Journalisten in den USA nicht hinnehmbar

Berlin (ots) - Reporter ohne Grenzen (ROG) ist schockiert über die willkürlichen Festnahmen und die Arbeitsbehinderung von Journalisten in der US-Stadt Ferguson. In den vergangenen Tagen wurden mehrere Medienvertreter von US-Polizisten bei ihrer Arbeit behindert und vorübergehend verhaftet. Am Montag wurden auch zwei deutsche Journalisten von der Polizei drei Stunden lang festgehalten.

"Es ist völlig inakzeptabel, dass die Polizei in Ferguson Journalisten bei der Ausübung ihrer Arbeit behindert und sogar inhaftiert", sagt ROG-Vorstandssprecherin Astrid Frohloff in Berlin. "Wir verlangen umgehend, dass die Journalisten in Ferguson ihre Arbeit machen können, ohne Angst haben zu müssen, von der Polizei aufgehalten, festgenommen oder gar beschossen zu werden. Die aktuellen Vorkommnisse stellen gravierende Verletzungen der Pressefreiheit dar."

Mehrere Medienvertreter wurden in den vergangenen Tagen behindert, als sie über die Ausschreitungen in der US-Kleinstadt Ferguson im Bundesstaat Missouri berichteten (http://wapo.st/1pHbA0R). Der deutsche USA-Korrespondent Frank Herrmann, der unter anderem für die Stuttgarter Zeitung und den österreichischen Standard schreibt und der Welt-Korrespondent Ansgar Graw wurden am Montag vorübergehend festgenommen (http://bit.ly/1qlOVDl). Zu der Festnahme kam es, als die beiden rund um eine ausgebrannte Tankstelle in Ferguson recherchierten und diese auch fotografierten (http://bit.ly/1o8HrCn). Die Polizei forderte die Männer zunächst auf, auf keinen Fall stehen zu bleiben, sonst würde man sie festnehmen. Obwohl sich die beiden daran hielten, kamen schließlich Polizisten auf sie zu und banden ihnen mit Kunststoffhandfesseln die Hände auf dem Rücken. Die Frage von Welt-Korrespondent Graw nach dem Namen des verantwortlichen Polizisten wurde mit "Donald Duck" beantwortet. In einem Gefangenentransporter wurden sie zunächst zu einer provisorischen Einsatzzentrale und dann ins Gefängnis von St. Louis gebracht. Dort verhörten Polizisten die Reporter mehrmals und durchsuchten sowohl ihre Kleidung als auch ihre Ausrüstung. Wiederholte Bitten nach Wasser und danach, telefonieren zu dürfen, blieben unbeantwortet. Erst nach rund drei Stunden kamen die beiden Journalisten wieder frei, zuvor wurden jedoch noch Fahndungsfotos von ihnen aufgenommen. (http://bit.ly/VBu8Dq)

Auch Scott Olson, ein Fotograf der Agentur Getty, wurde am Montag von der Polizei in Ferguson verhaftet. Die Polizei versuchte zu dem Zeitpunkt, eine Menschenansammlung zu verhindern. Bei dieser Aktion wurde Olson mit auf dem Rücken gefesselten Händen von der Missouri Verkehrspolizei abgeführt. (http://bit.ly/1sRrGY8)

Auch in den vergangenen Tagen wurden mehrere Journalisten bei ihren Recherchen behindert und vorübergehend festgenommen, als sie über die Ausschreitungen in Ferguson berichteten. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag vergangener Woche wurden Reporter der Washington Post und der Huffington Post vorübergehend festgesetzt. (http://wapo.st/1vKBoh4) Ein Kamerateam von Al Jazeera gab an, in dieser Nacht mit Gummigeschossen und Tränengas attackiert worden zu sein. (http://cnn.it/VBDU8u)

Auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit stehen die USA auf Platz 46 von 180 Ländern. Im Vergleich zum Jahr 2012 sind sie um 13 Fälle abgerutscht, unter anderem wegen der strengen Bestrafung von Whistleblowern. Weitere Meldungen über die Lage der Medien in dem Land finden Sie unter http://en.rsf.org/united-states.html.

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