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Haiti: Radiostationen gehen wieder auf Sendung

    Berlin (ots) - Nach Beobachtung von Reporter ohne Grenzen (ROG) nehmen immer mehr Radiosender auf Haiti ihren Betrieb wieder auf. Der Hörfunk gehörte in dem Land bereits vor dem Erdbeben zu den wichtigsten Informationsmedien.

    Das Team von "Radio Métropole", des führenden Radiosenders in Port-au-Prince, nahm seine Arbeit am vergangenen Montag langsam wieder auf. "Die meisten Mitarbeiter wurden bei dem Beben nicht verletzt, sind aber wie die übrige Bevölkerung davon betroffen", berichtet Gaby Saget, eine junge Reporterin des Senders, gegenüber ROG. "Radio Métropole" hatte den Sendebetrieb direkt nach dem Beben zunächst nur online aufgenommen, ebenso wie "Radio Kiskeya", ein weiterer beliebter Sender in der Hauptstadt, der vor dem Beben ungefähr 50 Stationen betrieb.

    "Signal FM", "Caraïbes FM" und der lokale Ableger des öffentlich-rechtlichen französischen Senders "RFI" waren die einzigen Stationen, denen es gelang, direkt nach dem Erdbeben wieder auf Sendung zu gehen. Doch dank der Hilfe von ausländischen Technikern und Medien, darunter "Radio France", sind eine Woche nach dem Beben bereits wieder 20 Stationen in Betrieb - darunter "Vision 2000", "Radio Lumière", "Radio Solidarité", "Mélodie FM", "Radio One", und "Radio Boukman", das aus Cité-Soleil sendet, dem größten Slum der Hauptstadt.

    Dieser Erfolg wird überschattet von der Nachricht, dass mehrere andere lokale und freie Radiostationen wie "Radio TV Ginen", "Radio Soleil", "Radio Ibo" und "Tropic FM" vom Beben völlig zerstört wurden. Das staatliche Radio strahlt sein Programm zurzeit über das Sendezentrum des staatlichen Fernsehens aus.

    Die Senderäume der zwölf Radiostationen in der südwestlichen Stadt Petit-Goâve wurden nach derzeitigen Informationen von dem Beben nicht zerstört, jedoch wurde ihre technische Ausrüstung stark beschädigt. Ungeachtet dessen sind einige Stationen auf Sendung. In Léogâne, einer Stadt nahe Port-au-Prince, können fünf von neun Radiosendern ihren Betrieb aufrecht erhalten, obwohl mehr als zwei Drittel der Gebäude bei dem Beben zerstört oder stark beschädigt wurden.

    Auch andere Medien versuchen, mit den Folgen der Katastrophe umzugehen und die Bevölkerung sowie internationale Helfer mit Informationen zu versorgen. Obwohl das Büro von "Agence-France-Presse" in Trümmern liegt, hat die Agentur ihre Arbeit von einem neu gemieteten Standort aus wieder aufgenommen. Die Niederlassungen der beiden größten Zeitungen der Hauptstadt, "Le Nouvelliste" und "Le Matin", wurden von dem Beben verschont. Doch derzeit können sie nicht gedruckt werden. Die Zeitung "Le Nouvelliste" veröffentlicht jedoch einige Nachrichten auf ihrer Website.

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