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Kein Zusammenhang zwischen Handynutzung und Tumorrisiko im Kopfbereich
Gesamtauswertung der INTERPHONE-Studie zu Gliomen und Meningeomen veröffentlicht

Berlin (ots) - In der von der WHO koordinierten INTERPHONE-Studie wurde kein Zusammenhang festgestellt zwischen Handynutzung und dem Risiko, an einem Tumor im Kopfbereich zu erkranken. Das geht aus einer aktuellen Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "The International Journal of Epidemiology" hervor. Sie basiert auf der kombinierten Datenanalyse einer in verschiedenen Ländern durchgeführten bevölkerungsbezogenen Fall-Kontroll-Studie zu den häufigsten Hirntumorarten, Gliomen und Meningeomen.

Nach Einschätzung der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO, IARC, bestätigt die INTERPHONE-Studie damit eine Vielzahl von bereits vorliegenden Studien. Auch die 2009 veröffentlichten Bewertungen des wissenschaftlichen Beratungsgremiums der EU "SCENIHR" und der Internationalen Kommission zum Schutz vor nicht-ionisierender Strahlung (ICNIRP) kommen zu diesem Ergebnis.

Wissenschaftliche Hinweise (s. Fußnote 1) auf ein erhöhtes Risiko ergaben sich für Handynutzer mit der höchsten kumulierten Gesprächszeit. Diese Hinweise sind aber nach Auffassung der Forscher zurückhaltend zu interpretieren, da sie auf kleinen Fallzahlen und teilweise nicht plausiblen Angaben zur Handynutzung beruhen. So wird zum Beispiel in der Studie bemerkt, dass Menschen mit einem Gehirntumor ihren zurückliegenden Mobiltelefongebrauch erwiesenermaßen überschätzten.

"Als bislang umfassendste epidemiologische Studie zur Frage nach einem möglichen Risiko durch Handynutzung an einem Tumor im Kopfbereich zu erkranken, kommt der Interphone-Studie eine hohe Bedeutung zu", erklärt Dagmar Wiebusch, Geschäftsführerin des Informationszentrum Mobilfunk e.V. "Sie bedeutet eine weitere Bestätigung, dass der Gebrauch von Mobiltelefonen kein erhöhtes Gesundheitsrisiko mit sich bringt." Wegen der geringen Zahl der Langzeitnutzer und wegen möglicher methodischer Verzerrungen (z. B. Recall Bias und Unsicherheiten bei der rückwirkenden Expositionsabschätzung) sei es aber nachvollziehbar, dass die Wissenschaftler der INTERPHONE-Studie wie auch viele Expertengremien die Notwendigkeit sähen, weitere Studien durchzuführen.

Interphone ist die bislang größte internationale Studie, die den Zusammenhang zwischen Handynutzung und dem Risiko, an einem Tumor im Kopfbereich zu erkranken, erforscht hat. Das internationale Studienprojekt wurde im Oktober 2000 ins Leben gerufen. Die Studie wurde durch die EU, die Industrie und nationale Stellen der beteiligten 13 Länder - Deutschland, Dänemark, Finnland, Norwegen und Schweden sowie Großbritannien, Frankreich, Italien, Israel, Australien, Neuseeland, Japan und Kanada - finanziert. Die WHO koordinierte das Projekt.

Weitere Informationen der IARC finden Sie unter: http://www.iarc.fr/en/media-centre/pr/2010/pdfs/pr200_E.pdf

Fußnote 1: Als wissenschaftliche Hinweise bezeichnet man Effekte, die nicht von voneinander unabhängigen Untersuchungen bestätigt und durch das wissenschaftliche Gesamtbild nicht gestützt sind (s. Empfehlungen der Strahlenschutzkommission vom 13./14. September 2001).

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