Deutsche UNESCO-Kommission verabschiedet "Hamburger Erklärung"
Ergebnisse der 63. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission, Hamburg, 10. und 11. Juli 2003
Hamburg (ots) -
Deutsche UNESCO-Kommission verabschiedet "Hamburger Erklärung"
Mit der Verabschiedung einer "Hamburger Erklärung" zur Dekade der
Vereinten Nationen "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (2005 -
2014) sowie einer Resolution zum "Schutz von Kulturgütern gegen
Diebstahl und illegale Ausfuhr" endete am 11. Juli 2003 in Hamburg
die 63. Hauptversammlung der Deutschen UNESCO-Kommission.
In ihrer Resolution "Schutz von Kulturgütern gegen Diebstahl und
illegale Ausfuhr" appelliert die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) an
die Bundesregierung und den Bundestag, das Verfahren zur
Ratifizierung der UNESCO-Konvention zum Verbot und zur Verhütung der
illegalen Einfuhr, Ausfuhr und Übereignung von Kulturgut von 1970
beschleunigt einzuleiten. Die DUK erinnert an die
Koalitionsvereinbarung, noch in dieser Legislaturperiode die
Konvention zu ratifizieren und in deutsches Recht zu überführen.
Die parlamentarische Erörterung zur Unterzeichnung der UNESCO-
Konvention hatte am 21. Mai 2003 in der Sitzung des Ausschusses für
Kultur und Medien des Deutschen Bundestages begonnen. Der Konvention
sind bislang 99 Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich und die
meisten anderen EU-Länder, beigetreten. Die Schweiz als einer der
größten Kunstmärkte Europas hat das Ratifizierungsverfahren im
letzten Jahr eingeleitet. In ihrer Resolution fordert die DUK
außerdem die Bundesregierung und die Länderregierungen auf, "ihre
Anstrengungen international und national darauf auszurichten, den
illegalen Export und Import von Kulturgütern zu unterbinden und
insbesondere Sammler, Händler und Auktionshäuser zur Mithilfe bei der
Wiederbeschaffung illegal gehandelter Kulturgüter anzuhalten".
Seit dem Weltgipfel von Rio 1992 sind Entwicklungs- und
Umweltpolitik verbunden. Der Weltgipfel von Johannesburg 2002 hat
eine Neuorientierung von Bildung und Lernen auf einen
Generationenvertrag zur Zukunft unseres Planeten gefordert. Im Rahmen
der 63. Hauptversammlung hat die Kommission am 10. Juli eine
"Hamburger Erklärung" verabschiedet. Darin heißt es: "Die Deutsche
UNESCO-Kommission begrüßt den Beschluss der UN-Vollversammlung, eine
Weltdekade 'Bildung für nachhaltige Entwicklung' auszurufen. Damit
wird die Bedeutung von Bildung und lebenslangem Lernen für eine
umfassende Nachhaltigkeitspolitik hervorgehoben." Die Orientierung
der Kultur- und Bildungsinstitutionen und der Bildungsinhalte auf das
Leitbild nachhaltiger Entwicklung sei eine grenzüberschreitende,
weltweite Gemeinschaftsaufgabe. Es gehe dabei nicht nur um Schulen,
Hochschulen oder Forschungsinstitute: Lernorte seien auch
Kindergärten, Vereine, Betriebe, Familien. Es bedürfe der Veränderung
von Einstellungen, Denkstilen und Verhaltensweisen der gesamten
Bevölkerung. Besonders die Industriegesellschaften seien aufgerufen,
nachhaltige Wirtschaftsweisen und neue Konsummuster zu entwickeln.
Ziel sei ein "Generationenvertrag, in dem die heute lebenden Menschen
sich verpflichten, bei der Erfüllung ihrer Bedürfnisse die Erhaltung
gleicher Optionen für künftige Generationen zu berücksichtigen."
In der Erklärung fordert die DUK "alle Verantwortlichen in Bund,
Ländern und Gemeinden sowie interessierte Institutionen der
Wirtschaft, Einrichtungen von Forschung und Lehre und der
Zivilgesellschaft" auf, sich zu einer "Allianz Nachhaltigkeit Lernen"
zusammenzufinden, um einen Aktionsplan für die Dekade zu entwickeln.
Unter anderem empfiehlt die Kommission, bestehende Netzwerke wie
UNESCO-Projektschulen und europäische Umweltschulen intensiv zu
nutzen, interkulturelle Kompetenz und nachhaltige Konsumgewohnheiten
zu fördern. UNESCO-Biosphärenreservate und Welterbestätten seien
hervorragend geeignet, das Nachhaltigkeitslernen durch innovative
Projekte voranzutreiben. Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sei eine
wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildung für
nachhaltige Entwicklung. Für diese nationale "Allianz Nachhaltigkeit
Lernen" sollen ein nationales Komitee, ein "Runder Tisch" und eine
Internetplattform eingerichtet werden. Ein Kreis von Persönlichkeiten
soll die Ziele der Dekade unterstützen und öffentlich für sie
eintreten.
Die Reden auf der 63. Hauptversammlung der DUK, die Hamburger
Erklärung der Deutschen UNESCO-Kommission und die Resolution "Schutz
von Kulturgütern gegen Diebstahl und illegale Ausfuhr" sind im
Internet abrufbar: www.unesco.de/hv/hv63_2003.htm
Ansprechpartner: Dieter Offenhäußer, Telefon: 0228-60497-11; FAX:
0228-60497-30.
ots Originaltext: Deutsche UNESCO-Kommission e.V.
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