Deutsche Rentenversicherung Bund

Mehrheit der Bevölkerung mit Sozialstaat zufrieden
Ausstieg aus der gesetzlichen Rentenversicherung utopisch

Frankfurt (ots) - Der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) begrüßt die Feststellung des Deutschen Instituts für Altersvorsorge in seiner am vergangenen Freitag vorgestellten Umfrage bei 2.500 Haushalten in Deutschland, dass - so wörtlich - "54 Prozent der Befragten Steuern und Sozialversicherungsbeiträge (= Einnahmen des Sozialstaates) ebenso wie Renten, Arbeitslosenunterstützung und Sozialhilfe (= Ausgaben des Sozialstaates) auf dem heutigen Stand belassen wollen". Für utopisch hält der VDR jedoch die den Befragten vorgelegten Optionen für einen Ausstieg aus der gesetzlichen Rentenversicherung. So wurde beispielsweise die Frage gestellt, ob die Befragten es akzeptieren würden, wenn sie künftig nur noch die Hälfte der Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und über die andere Hälfte frei verfügen könnten. Dementsprechend würde sich ihre Rente später auch nur auf 50 Prozent des heutigen Betrages belaufen. Bei dieser Frage hielten sich Zustimmung und Ablehnung in etwa die Waage. Die älteren Befragten lehnen überwiegend einen solchen Vorschlag ab, die jüngeren hatten ihn befürwortet. Nur hat sie niemand danach gefragt, aus welchem Topf die jetzigen Renten und die Renten der derzeit noch Aktiven, die zum Teil schon Jahrzehnte lang volle Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben, in den nächsten Jahrzehnten weiter gezahlt werden sollen. Die Antwort auf diese Frage bleibt leider im Dunkeln. Wenn nach den Vorstellungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge - so jedenfalls muss man wohl die gestellte Frage interpretieren - die aktiv Versicherten ab sofort nur noch die Hälfte der Beiträge einschließlich des Arbeitgeberanteils zahlen würden, entstünde ein Finanzierungsloch von derzeit 150 Milliarden DM pro Jahr. Um die jetzt laufenden und auch in den nächsten Jahren zugehenden Renten weiterhin voll zahlen zu können, müssten diese 150 Milliarden DM aus anderer Quelle bestritten werden. Zu zahlen hätte es dennoch die jetzige Arbeitnehmergeneration, obwohl sie nach den Vorstellungen des Instituts wegen der nur hälftigen Beitragszahlung später auch nur eine hälftige Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten kann. Dies beweist wieder einmal mehr, dass eine Umstellung - auch wenn nur die Hälfte der Ansprüche betroffen wäre - vom Umlageverfahren auf ein Kapitaldeckungsverfahren mindestens eine Generation zweimal belastet. Denn es liegt auf der Hand: Wenn die Aktiven von einem Tag auf den anderen plötzlich nur noch die Hälfte ihrer Beiträge einzahlen, um mit der anderen Hälfte Konsum zu üben oder auf andere Weise für das Alter vorzusorgen, so kann man nicht ebenso von einem Tag auf den anderen die heutigen Renten halbieren. Was nützen also die schönsten Befragungen, wenn die Fragen dem Befragten Alternativen vorgaukeln, die es in der Realität gar nicht gibt. ots Originaltext: VDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Redaktion: Günter Albrecht (verantw.), Andreas Polster Telefon: (069) 1522-279, Telefax: (069) 1522-310 E-Mail: andreas.polster@vdr.de Original-Content von: Deutsche Rentenversicherung Bund, übermittelt durch news aktuell

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