Deutsche Rentenversicherung Bund

Über 800 Reha-Wissenschaftler tagten in Würzburg

Frankfurt am Main (ots) - Über 800 Rehabilitations-Wissenschaftler trafen sich vom 13. bis 15. März 2000 in Würzburg zu ihrem 9. Rehawissenschaftlichen Kolloquium. Die örtliche Tagungsleitung lag bei Prof. Hermann Faller von der Universität Würzburg sowie bei Dr. Anton Holderied, dem leitenden Arzt der Landesversicherungsanstalt (LVA) Unterfranken. Der Kongress stand unter dem Motto "Individualität und Reha-Prozess". In den wissenschaftlichen Beiträgen kam dementsprechend insbesondere zum Ausdruck, dass für den Erfolg von Rehabilitations-Maßnahmen der eigenverantwortliche und aktive Patient mit entscheidend ist. Mit dem Ende einer Reha-Maßnahme ist die Behandlung keineswegs beendet. Der Patient muss vielmehr lernen, die Behandlung in eigener Verantwortung weiterzuführen, zum Beispiel durch Fortsetzung des in der Maßnahme begonnenen Bewegungstrainings oder der Ernährungsumstellung. Rehabilitation braucht flexibleres Arbeitsplatzangebot Als Konsequenz aus dem Kolloquium bleibt festzuhalten, dass die Rehabilitation ein flexibleres Arbeitsplatzangebot braucht, zum Beispiel in Form von vermehrten Tele- und Teilzeitarbeitsplätzen, um den Menschen nach Abschluss einer Reha-Maßnahme die Rückkehr in das Berufsleben auch dann zu ermöglichen, wenn sie wegen einer Leistungseinschränkung nicht mehr einer Vollerwerbstätigkeit an einem Normalarbeitsplatz nachgehen können. Es wurde für bedauerlich gehalten, dass in Deutschland solche Möglichkeiten noch nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Hierdurch würden Menschen in die Erwerbsunfähigkeit und damit in die Rente gedrängt, obwohl sie durchaus in der Lage wären, ihren Lebensunterhalt noch in erheblichem Umfang selbst zu verdienen und dieses auch wollten. Auf diesem Feld könnte man von anderen Ländern noch viel lernen. Rehabilitation - wichtige Hilfe für chronisch Kranke Rehabilitation dient auch dazu, die häufig durch chronische Krankheiten beeinträchtigte Leistungsfähigkeit zu bessern oder wieder herzustellen. Sie ist neben der Akutversorgung die zweite wichtige Säule der Gesundheitsversorgung chronisch Kranker. Allein die Träger der gesetzlichen Rentenversicherung haben im vergangenen Jahr fast eine Million Leistungen der medizinischen und beruflichen Rehabilitation erbracht und dafür rund acht Milliarden Mark aufgewendet. Heute sind 80 Prozent der Patienten der niedergelassenen Ärzte chronisch krank. Das belegt die Dimension dieses Problems und die Bedeutung der Rehabilitation. Gerade wegen der im heutigen - und noch mehr im künftigen - Arbeitsprozess ständig steigenden Anforderungen an den Einzelnen ist die Rehabilitation mehr den je unverzichtbar. Rentenversicherung fördert Rehawissenschaft mit Stiftungsprofessur Die Rehabilitation hat in der ärztlichen Ausbildung noch immer nicht den erforderlichen Stellenwert. Als einen Beitrag zur Entwicklung von Forschung und Lehre in diesem Bereich haben die LVA Unterfranken und der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) als Stifter und die Universität Würzburg eine Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt der Rehabilitationswissenschaften eingerichtet. Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften gegründet Im Rahmen des Kolloquiums wurde die Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften e.V. (DGRW) gegründet. Auf der Gründungssitzung am 12. März 2000 wurde Prof. Dr. Dr. Uwe Koch, Universität Hamburg, zum Präsidenten gewählt. Zahlreiche namhafte Wissenschaftler waren außerdem an der Gründung beteiligt. Die Gesellschaft wird sich in erster Linie der Weiterentwicklung des Rehabilitationssystems und der sich verändernden gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen widmen. Weiterer Schwerpunkt wird die Umsetzung reha-wissenschaftlicher Erkenntnisse in die rehabilitative Praxis sein. ots Originaltext: VDR Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Redaktion: Günter Albrecht (verantw.), Andreas Polster Telefon: (069) 1522-212, Telefax: (069) 1522-310 E-Mail: andreas.polster@vdr.de Original-Content von: Deutsche Rentenversicherung Bund, übermittelt durch news aktuell

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