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Virtuelle Rathäuser bleiben vorerst Zukunftsmusik

    Hamburg (ots) - Am 1. Mai ist es so weit: Das Gesetz zur Regelung
der elektronischen Unterschrift tritt in Kraft, im Sommer folgen die
notwendigen Änderungen des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Damit
fällt das letzte Hindernis auf dem Weg zum virtuellen Rathaus. Mit
der digitalen Unterschrift könnten die Bürger Amtsgeschäfte vom
heimischen Computer aus erledigen. Aber: Deutsche Behörden sind noch
nicht in der Lage, ihre Dienste umfassend im Internet anzubieten. Es
fehlen Finanzierungskonzepte und Einführungsstrategien. Bürgerwünsche
sind weitestgehend unbekannt. Ein Know-how-Austausch der Kommunen
untereinander findet nicht statt. Während sich in der Wirtschaft der
elektronische Service durchsetzt, gerät die Verwaltung ins
Hintertreffen. Die Folge: Es droht ein Imageverlust beim Bürger. Dies
ergab eine Analyse der Mummert + Partner Unternehmensberatung und der
Experten vom Z_punkt Büro für Zukunftsgestaltung.
    
    Mehr als zwei Drittel der Oberbürgermeister der größten deutschen
Städte geben an, Modernisierung und stärkere Kundenorientierung sei
ihr Haupt ziel für die nächsten Jahre. Trotz des guten Willens fehlen
präzise Konzepte. Nur 47 Prozent der 100 größten Städte Deutschlands
haben ein schriftliches Konzept für elektronischen Bürgerservice.
Außerdem: 89 Prozent wissen nicht, was die Bürger von einem
Behördenportal erwarten. Umgekehrt wissen die Bürger nicht, für
welche Verwaltungsabläufe ihnen die digitale Signatur wirklich nutzt.
    
    Das Potenzial, mit der elektronischen Unterschrift
organisatorische Abläufe zu beschleunigen, ist hoch. Doch noch
schrecken Behörden vor den Kosten für die digitale Signatur zurück
und hemmen somit die Einführung des E-Governments. Ein weiteres
Problem: Es fehlt an kompletten Software-Lösungen für die Ämter. Die
Komponenten liegen zwar vor, müssen aber noch zu einer rundum
sicheren Behörden-Anwendung verbunden werden.
    
    Die Verwaltung verpasst nicht nur eine Chance auf Kostensenkung -
sie riskiert auch einen Imageverlust beim Bürger. Während die
Wirtschaft dem Kunden mit elektronischem Service entgegenkommt,
gelten Behörden weiterhin als unbeweglich. Dadurch verspielen die
Städte auch Standortvorteile, die sie beispielsweise durch zügige
elektronische Genehmigungsverfahren für Unternehmen erzielen könnten.
    
    Gute Vorbilder gibt es genug. Die Zukunftsforscher von Z_punkt in
Essen haben nachahmenswerte E-Government-Lösungen untersucht. In
Österreich gibt es mit dem "@mtshelfer" bereits die landesweit
normierte Auskunftsmöglichkeit in Verwaltungsfragen. Die Niederlande
bauen mit "Behördenschalter 2000" einen Verwaltungsservice auf, der
öffentliche Leistungen an einem einzigen "virtuellen Schalter"
anbietet. Erst im Backoffice werden die Dienste von verschiedenen
Behörden weiterbearbeitet. Auch einige deutsche Behördenangebote sind
wegweisend. Ein Beispiel: die Stadt Aalen, die mit ihrer "lokalen
Agenda 21" Bürgerbeteiligung vereinfacht und Information sowie
Diskussion in Foren ermöglicht. Im Allgemeinen schneiden öffentliche
Dienstleister aus Österreich und der Schweiz beim
Internet-Kundenservice besser ab als die Deutschen. Dies ergab eine
Mummert + Partner-Studie zum Service im Web.
    
    
ots Originaltext: Mummert + Partner Unternehmensberatung
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Roland Heintze,
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