Deutscher Feuerwehrverband e. V. (DFV)

"Feuerwehren leisteten großen Beitrag zur Einheit"
Merkel lobt Einsatz
DFV-Präsident Kröger gegen Standardabsenkung

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel spricht auf der Delegiertenversammlung während des 28. Deutschen Feuerwehrtages, in Leipzig.

Berlin (ots) - Die Zusage der Unterstützung der Bundesregierung für die Beibehaltung des flächendeckenden Brandschutzes in Deutschland hat Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel heute während des 28. Deutschen Feuerwehrtages mit einem großen Lob an die überwiegend ehrenamtlich tätigen 1,3 Millionen Feuerwehrleute verbunden. "Dass es die Feuerwehren in Deutschland gibt, ist für die Bundeskanzlerin nicht nur ein beruhigendes, sondern ein wunderbares Gefühl", sagte Merkel heute zur Begrüßung der mehr als 250 Delegierten und Gäste des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) im Rahmen des 28. Deutschen Feuerwehrtags in Leipzig. Merkel trat mit ihrem Besuch des Deutschen Feuerwehrtages in die Fußstapfen ihrer Vorgänger Gerhard Schröder (2000, Augsburg), Helmut Kohl (1990, Friedrichshafen), Willi Brandt (1970, Münster) und Konrad Adenauer (1962, Bad Godesberg). Sie freute sich über den Austragungsort Leipzig im 20. Jahr der deutschen Einheit. Für den Deutschen Feuerwehrtag so lange gewartet, bis der Unterschied zwischen Ost und West nicht mehr zu erkennen sei. Die Kanzlerin lobte: "Die Feuerwehren haben einen großen Beitrag zur deutschen Einheit geleistet." Ähnlich hatte sich zuvor auch Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, geäußert. Merkel betonte die Bedeutung der Feuerwehren nicht nur für die Brandbekämpfung, sondern auch für die Bereiche Umweltschutz und Prävention. "Die Feuerwehr ist ein verlässlicher Partner und stellt dies rund um die Uhr unter Beweis", sagte Merkel. Das sei nicht selbstverständlich. Darüber hinaus sei die Feuerwehr ein wirtschaftlicher Innovationsfaktor. Das zu einem großen Teil auf Freiwilligkeit basierende Feuerwehrwesen in Deutschland bezeichnete Merkel aus vorbildlich auch für andere Nationen innerhalb der Europäischen Union. Das Engagement in der Feuerwehr biete für viele Menschen in Zeiten der Globalisierung die Möglichkeit, die eigene Umgebung ein Stück mit zu gestalten, den ländlichen Raum attraktiv zu erhalten und die Menschen zu verwurzeln. Sie sprach von einer großen gesellschaftspolitischen Aufgabe. "Feuerwehr ist ehrenamtliches Engagement im Sinne der Bürger, die ihr Geschick selbstständig in die Hand nehmen", so Merkel. Es reiche nicht, sich der Bedeutung des Ehrenamts erst dann bewusst zu werden, wenn es nicht mehr da ist. DFV-Präsident Hans-Peter Kröger hatte sich in seiner Rede noch einmal deut-lich gegen Stimmen aus anderen europäischen Ländern gewandt, die Katastro-phenschutzeinheiten der Europäischen Union fordern. "Wir bekennen uns zur Subsidiarität, zur basisnahen Lösung von Herausforderungen. Deutschland ist dafür ein Paradebeispiel", sagte Kröger. "Das Fundament der Feuerwehren ist nach wie vor ein vom Ehrenamt getragenes System", so der DFV-Präsident. Dieses flächendeckende System habe seine Wurzeln in einer jeden Gemeinde. Er warnte davor, daran zu rütteln. "Alle Versuche, die Verantwortlichkeiten für den Brandschutz und die Hilfeleistungen von der kommunalen Basis auf eine höhere Ebene zu ziehen, müssen zwangsläufig die in den Feuerwehren engagierten Menschen demotivieren. Daran werde solche Versuche scheitern", sagte er. In Zeiten knapper Kassen seien die Feuerwehren bereit, ihren Konsolidierungsbeitrag zu leisten. Dies dürfe aber nicht zu Lasten der Leistungsfähigkeit gehen. Er wiederholte: "Das Gerede von einer Standardabsenkung bei der Ausstattung der Feuerwehr halte ich für unverantwortlich." Freiwillige Feuerwehrleute nach Hause zu schicken, sei ein Spiel mit dem Feuer. Kröger: "Sie kommen nämlich nie wieder." Auch deshalb sei eine Zusammenlegung von Feuerwehrein-heiten nur da möglich, wo die Kräfte dem zustimmen. Hans-Peter Kröger dankte der Bundesregierung für die bisher geleistete Unterstützung. Er nannte exemplarisch die Sicherung der Feuerschutzsteuer, die in den Flächenländern das finanzielle Rückgrat der Kommunen für Investitionen in die Feuerwehr bildet, die Unterstützung der Kampagne "Frauen am Zug" oder die angelaufenen Ersatzbeschaffungen für Löschfahrzeuge und Schlauchwagen im Katastrophenschutz. Claudia Crawford, die von 1994 bis 1998 mit der heutigen Kanzlerin Merkel gemeinsam im Kabinett Kohl saß, ging wie später Merkel auf die Zukunftsfrage der freiwilligen Feuerwehren ein. Crawford ist Vorsitzende des Beirates des Deutschen Feuerwehrverbandes. Sie outete sich als "überzeugte Anhängerin der Freiwilligen Feuerwehren". Vergleichbares gebe es in Europa praktisch nicht. "Und deshalb möchte ich Sie ausdrücklich ermutigen, weiter nach den besten Wegen zu suchen, die dieses freiwillige Engagement aufrecht erhalten", sagte die ehemalige Bundesministerin, die heute das Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in London leitet. Sie forderte die Feuerwehren auf, sich stärker zu öffnen und den Zugang zu erleichtern. Die Jugendfeuerwehren seien so etwas wie der Jungbrunnen für die Freiwillige Feuerwehr. "Mit einer starken Jugendfeuerwehr vor Ort kann man etwas gelassener in die Zukunft blicken", sagte Crawford. Claudia Crawford ermutigte den Vorstand des DFV, die begonnene Lobbyarbeit bei der Europäischen Union in Brüssel fortzusetzen, um den die gewachsenen Strukturen in Deutschland zu verteidigen. Viele hätten zwar ein Problem mit diesem Wort, aber: "In diesem Fall kann ich nur sagen, Lobbyarbeit ist zwingend notwendig."

(Michael Bunk)

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