Deutscher Feuerwehrverband e. V. (DFV)

"Florentine"-Förderpreis für Kinderbetreuungsprojekt
Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica-Kleinenbremen ausgezeichnet

    Berlin (ots) - "Dieses Projekt verdeutlicht vorbildlich, wie man praxisgerecht die Vereinbarkeit von Familie und Ehrenamt verbessern und damit das Engagement von Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr erleichtern und verstärken kann", beschreibt Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), das Konzept des ersten Siegers des Förderpreises "Florentine". Die Löschgruppe Kleinenbremen der Freiwilligen Feuerwehr Porta Westfalica (NRW) hatte sich in einem dicht besetzten Feld aus bundesweiten Bewerbungen mit ihrem Projekt zur Kinderbetreuung bei Einsätzen und Übungen durchgesetzt.

    Der Förderpreis "Florentine" des Deutschen Feuerwehrverbandes und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat die öffentliche Anerkennung und Auszeichnung vorbildlicher Leistungen und Modelle zur Frauenbeteiligung zum Ziel. Er wurde 2008 erstmalig ausgeschrieben. Das Preisgeld von 1000 Euro wurde durch das BMFSFJ ausgelobt.

    Ausgezeichnet werden konnten Feuerwehren, Jugendfeuerwehren und Feuerwehrverbände, die herausragende und beispielhafte Leistungen zur Integration und zur Erhöhung des Anteils von Frauen, Mädchen und anderen bislang unterrepräsentierten Personengruppen in der Feuerwehr erbracht haben. Grundlage der Bewertung waren zwölf Leitlinien zur verbesserten Integration von Mädchen und Frauen in die Freiwilligen Feuerwehren, die in einem durch das BMFSFJ geförderten wissenschaftlichen Forschungsprojekt aufgestellt wurden.

    Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica-Kleinenbremen überzeugte mit ihrem ausgewogenen Konzept zur Kinderbetreuung nicht nur während Übung und Einsätzen. Dabei werden die Kinder im Feuerwehrhaus durch die Frau eines Feuerwehrmannes betreut. Selbst für länger dauernde Einsätze ist durch Schlafplätze für sechs Kinder die Infrastruktur vorhanden. Auch bei planbaren Terminen greift dieses Konzept, so dass die Übungs- und Einsatzbeteiligung nicht nur von Frauen, sondern auch von Paaren mit Kindern, bei denen beide Partner der Feuerwehr angehören, enorm gestiegen ist. Zudem ermöglichte das Projekt die Absolvierung des Atemschutzlehrgangs für zwei Frauen.

    Als Nebeneffekt verbesserte sich durch die höhere Übungsbeteiligung die Fachkenntnis im Einsatzfall. Hinzu kommt das Interesse an der Feuerwehr von Einwohnerinnen und Einwohnern, die bislang wegen der nicht lösbaren Frage der Kinderbetreuung nicht für das Ehrenamt zu gewinnen waren.

    "Durch Engagement auf allen Ebenen ist es der Löschgruppe Kleinenbremen gelungen, nicht nur Frauen verstärkt in die Feuerwehr zu integrieren. Auch der Übergang von der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung und die Einbindung der Ehrenabteilung wurden berücksichtigt. Dieses umfassende, äußerst durchdachte Gesamtkonzept hat die Jury überzeugt", erklärte Kröger.

    Das Siegerprojekt setzt zahlreiche Leitlinien des Deutschen Feuerwehrverbandes zur Frauenförderung um: Frauen sichtbar machen im Erscheinungsbild der Feuerwehr, aktive Förderung, Kultur der Vielfalt, Berücksichtigung veränderter Lebensverhältnisse, Kooperation statt Hierarchie und Konkurrenz sowie kontinu¬ierliche Berichte in den Feuerwehrmedien.

    Auf Bundesebene werden die Leitlinien seit September 2005 im Projekt "Mädchen und Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr" im Rahmen des Programms "Generationen übergreifende Freiwilligendienste" des Bundesministeriums in die Praxis umgesetzt. Hintergrundinformationen zum Projekt gibt es online unter www.feuerwehrfrauen-netzwerk.org.

    Unter der Feuerwehr-Website www.feuerwehrkleinenbremen.de gibt es zudem weitere Informationen zum Preisträger.

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