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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Türkei/Erdogan

Stuttgart (ots) - Die Türkei wird sich von dieser Wahl, die nur eine Entscheidung über Bürgermeister und Stadträte sein sollte, lange Zeit nicht erholen. Das Misstrauen in der tief gespaltenen Gesellschaft wird zu einem festen Begleiter werden. Gräben zwischen den konservativ-religiösen und säkular-liberalen Türken gab es immer. Aber so feindselig wie zuletzt standen sich die Lager lange nicht gegenüber. Darauf kann niemand stolz sein.

Die Wahl-Manipulationsvorwürfe müssen untersucht werden. Sonst bleibt ein übler Geschmack zurück. Es gibt jetzt schon genug frustrierte, gut ausgebildete, vor allem junge Türken, die ihrem Land am liebsten den Rücken kehren würden. Doch einen Exodus ihrer kreativen und kritischen Köpfe kann sich die Türkei nicht leisten.

Erdogan müsste nun auf jenen Teil der Gesellschaft zugehen, der ihm die Rote Karte gezeigt hat. Aber das ist kaum zu erwarten. In der Nacht hat Erdogan schon triumphiert. Er beschwor Gott und drohte seinen Gegnern mit Strafe. Sie würden "bezahlen", kündigte er an. Was auch immer das heißt, es bedeutet nichts Gutes für den inneren Frieden der Türkei.

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