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Stuttgarter Zeitung: Kommentar zu Wulff

Stuttgart (ots) - Ohne die Hartnäckigkeit von Journalisten wären Wulffs dunkle Seiten unbeleuchtet geblieben. Aber die investigative Verfolgung glich zeitweise einer Menschenjagd, journalistischer Anstand wurde vielfach verletzt. Die Affäre zwingt die Medien, über die Grenzen zwischen Information und Denunziation, zwischen Aufklärung und öffentlicher Hinrichtung neu nachzudenken.

Jagdeifer trug auch die Staatsanwälte fort. Es war richtig, dass sie dem Anfangsverdacht nachgingen. Es war angesichts der politischen Brisanz des Falles auch richtig, mit hohem personellem und finanziellem Aufwand zu ermitteln. Aber die Hannoveraner Juristen spürten nicht, dass sie sich verrannten - oder es fehlte ihnen der Mut aufzuhören, als sich die juristischen Vorwürfe Punkt um Punkt auflösten. Das exzessive Treiben hat das Vertrauen in eine unabhängige, nur der Wahrheitssuche verpflichtete Justiz erschüttert.

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