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Mitteldeutsche Zeitung: zu Flüchtlingen und Mittelmeer

Halle (ots) - So bleibt der Versuch, die erkennbar bereits anrollende Fluchtwelle über Libyen zu stoppen, derzeit darauf beschränkt, sich der Seenotrettung verunglückter Schiffbrüchiger zu widmen. Für einen umfassenderen Einsatz hat Europa kein Mandat und wird auch auf mittlere Sicht keines bekommen. Zu instabil ist die neue Einheitsregierung in Tripolis, als dass sie ausländischer Marine Operationen in den eigenen Hoheitsgewässern erlauben könnte. Das Ergebnis ist eine Verlagerung der Schlepper von der Türkei nach Nordafrika. Seit Tagen nimmt die Zahl der Flüchtlingsboote zu - und das Sterben in den Fluten beginnt erneut. Der EU bleiben die Hände gebunden, wollen sie die fragile Lage nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Und so bietet man Tripolis politische Hilfe bei Aufbau des Staates an, damit er das bekommt, was die Türkei hat: eine starke Führung. Wenn möglich sogar eine, die die Menschenrechte respektiert.

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