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Mitteldeutsche Zeitung: zu EU/Griechenland

Halle (ots) - Europa wirkt wie paralysiert. Am Tag fünf nach der Griechenland-Wahl hatte man sich regelrecht gerüstet für die absehbare Schlacht mit dem neuen Mann in Athen. Doch in dem Stimmenwirrwarr der griechischen Regierung ist noch nicht auszumachen, wer eigentlich für welche Linie steht. Auch wenn Alexis Tsipras neu im Amt ist - was hätte es Wichtigeres gegeben, als erste überlegte Signale an die zu senden, mit denen er über die Zukunft seines Landes verhandeln will? Die Aufgeregtheit in den übrigen 27 EU-Hauptstädten schadet Griechenland. Aber sie wurde und wird in Athen gezüchtet. Man hätte sich gewünscht, dass die Polemik im Vorfeld des Urnengangs schneller in politische Nüchternheit umgeschlagen wäre - um Freunde und Verbündete, die die Hellenen gerade jetzt brauchen, nicht zu verprellen. Und Ressentiments erst gar nicht entstehen zu lassen. Es war ein schwerer Fehler, die Zerrbilder der neuen Führung nicht schon im Keim zu ersticken - sollten es denn Zerrbilder sein.

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