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Mitteldeutsche Zeitung: zu Große Koalition

Halle (ots) - Die SPD spricht plötzlich viel von der bösen kalten Progression, die Arbeitnehmern bei Lohnerhöhungen nicht einmal den Inflationsausgleich in der Tasche lasse. Die Union wiederum begeistert sich zunehmend für den Gedanken von flexiblen Altersgrenzen möglichst jenseits der 65 bei der Rente. Beide Vorstöße sind bemerkenswert. Noch in der letzten Legislaturperiode hat die SPD nämlich Erleichterungen bei der Einkommensteuer abgelehnt, weil sie ein Loch in die öffentlichen Kassen reißen würden. Die Union hat gerade einen Koalitionsvertrag unterschrieben, der das Rentenalter für langjährig Versicherte auf 63 Jahre senkt. Also alles Nebelkerzen? Tatsächlich kann man den Abbau der kalten Progression nach der Absage durch die Union für diese Legislaturperiode wohl vergessen. Und auch die flexiblen Renten-übergänge erweisen sich im Detail als extrem kompliziert. Mehr als ein Prüfauftrag wird auch hier am Ende kaum herauskommen.

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