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Mitteldeutsche Zeitung: Kommentar zu geopolitischen Trends

Halle (ots) - Willkommen in der neuen, alten Weltordnung. Die schien eigentlich überkommen. Auch, weil sich Europa nach 1989 dem Trugschluss hingab, die Welt des Nationalstaats sei vorbei. Das beruht auf einer Fehlwahrnehmung der Ereignisse beim Zerfall des sowjetischen Imperiums. Die Wende war zwar ein gesamteuropäisches Ereignis, aber vor dieser Folie vollzog sich eigentlich eine Summe nationaler Revolutionen. Die EU hat auf die Herausforderung des Nationalismus eine eigene Antwort gefunden. Sie setzt auf Staatenverbund und Kooperation - übrigens nicht allein auf dem Gebiet des Marktes, sondern auch beim Aufbau von Demokratie und Rechtsstaat. Die Krim-Krise setzt in der EU neue innere Bindekräfte frei. Europa vertraut auf die Macht des Rechts. Putins Russland vertraut auf das Recht des Stärkeren. Das ist der neue Wertekonflikt in Europa.

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