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Mitteldeutsche Zeitung: zu Seehofer und Stromtrasse

Halle (ots) - Seehofers Versprechen, er werde nichts über die Köpfe der Menschen hinweg entscheiden, entlarvt sich als politische Kapitulation. Natürlich ist seit Stuttgart 21 klar, dass die Bevölkerung in Planungs- und Entscheidungsprozesse viel stärker einbezogen werden muss. Aber ein Mammutprojekt wie die Energiewende kann sich nicht urwüchsig entwickeln: Der im Norden gewonnene Strom muss in den Rest der Republik transportiert werden. Für Zeiten, in denen weder die Sonne scheint noch der Wind bläst, müssen Speicher und Reservekraftwerke vorgehalten werden. Das alles zeigt letztendlich: Der Umstieg eines der größten Industriestaaten von fossil-atomaren Energieträgern auf die Erneuerbaren ist eine gigantische Führungsaufgabe der Politik.

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