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Mitteldeutsche Zeitung: Bundespräsident Ex-DDR-Bürgerrechtler Reich lobt Kandidaten Gauck

Halle (ots) - Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler und Bundespräsidentschaftskandidat von 1994, Jens Reich, hat die Nominierung von Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten gelobt. "Ich finde die Idee ganz ausgezeichnet, in dieser Krisensituation nicht wieder nur Parteisoldaten zu bringen", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstag-Ausgabe). "Das Argument, wir bräuchten nach dem Köhler-Rücktritt noch mehr parteipolitische Repräsentanz, finde ich nicht zutreffend und auch nicht gut. Die Parteiendemokratie sollte sich nicht noch weiter verfestigen. Gaucks Kandidatur hat einen symbolischen Wert." Der frühere Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde sei "ein guter Mann. Er muss jetzt nur aufpassen, dass er keinen Fehler macht. Das kann immer passieren." Auf die Frage, ob die Westdeutschen es akzeptieren würden, wenn Deutschland mit Kanzlerin Angela Merkel und Gauck von zwei Ostdeutschen repräsentiert würde, antwortete Reich: "Das würde wahrscheinlich Animositäten erzeugen. So rundum beliebt sind die Ostdeutschen ja nicht. Die Verhältnisse und Mentalitäten sind in Ost und West immer noch sehr verschieden." Reich war 1994 von Bündnis 90/Die Grünen nominiert worden, erhielt im entscheidenden dritten Wahlgang aber nur 62 Stimmen und unterlag gegen den CDU-Kandidaten Roman Herzog.

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