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Mitteldeutsche Zeitung: Bevölkerungsentwicklung
Sachsen-Anhalts Landesentwicklungsminister Daehre will Spezifik der Regionen nutzen, um dem demographischen Wandel zu begegnen

Halle (ots) - Die Landesregierung Sachsen-Anhalts beginnt heute in Gardelegen die erste von fünf Regionalkonferenzen zum demografischen Wandel. Auf diesen Konferenzen sollen die Probleme einer schrumpfenden und alternden Bevölkerung erörtert werden. "Mit den Regionalkonferenzen wollen wir dokumentieren, dass der demografische Wandel in jeder Region seine Spezifik hat", sagt Landesentwicklungsminister Karl-Heinz Daehre (CDU) der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Montag-Ausgabe). Es sei ein Unterschied, ob in der dünn besiedelten Altmark oder im Ballungsraum Magdeburg über das Thema geredet werde. Man müsse die Besonderheiten der Regionen nutzen, um ihnen eine Zukunft zu geben, so der Minister.

Die Bevölkerung Ostdeutschlands wird einer Prognose des Statistischen Bundesamtes zufolge bis zum Jahr 2060 um 37 Prozent abnehmen. Den stärksten Bevölkerungsrückgang hat danach Sachsen-Anhalt zu verkraften. Leben heute hier knapp 2,4 Millionen Menschen, werden es 2060 nur noch 1,34 Millionen sein. Das ist ein Rückgang um 43 Prozent. Bereits bis 2025 schrumpft die Bevölkerung um 18,6 Prozent auf rund 1,9 Millionen Menschen. Allein der Landkreis Mansfeld-Südharz verliert bis 2025 27,7 Prozent seiner Bevölkerung. Sie sinkt von derzeit etwa 155.000 auf etwa 112.000 Menschen.

Daehre zeigt sich optimistisch, das Sachsen-Anhalt zurück zu stabilen demografischen Verhältnissen findet. So sei die Geburtenrate im Land von statistischen 0,62 Kindern pro Frau im Jahr 1995 auf heute 1,42 gestiegen. "Das heißt, wir liegen wieder im Bundesdurchschnitt", sagt er. Und er fügt hinzu: "Wenn wir zu einer Steigerung auf 1,62 Kinder pro Frau kämen, könnten wir den Verlust, den wir im Moment zu verzeichnen haben, ausgleichen."

Daehre hält deshalb die Familienpolitik für den entscheidenden Faktor bei der Bewältigung des Problems. "Kinder müssen wieder Lust und nicht Last sein", unterstreicht er. "Wenn wir nicht dahin kommen, brauchen wir über den demografischen Wandel nicht weiter zu diskutieren."

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