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Lausitzer Rundschau: Eine andere Botschaft aus Paris Zum UN-Klimagipfel in Zeiten des Terrors

Cottbus (ots) - Es ist gut, dass die Welt-Klimakonferenz in Paris wegen der Terrorgefahr nicht abgesagt wurde. Denn so gibt es die Chance, aus der französischen Hauptstadt in den nächsten zwei Wochen eine andere, positive Botschaft in die Welt zu senden. Die Terroristen des IS betreiben eine rücksichtslose Raubökonomie und folgen einer Ideologie des Todes. Die Menschheit als Ganzes verhält sich der Natur gegenüber im Grunde nicht anders, nur dass ihre Ideologie nicht Islamismus heißt, sondern Mammon. Sehr rücksichtslos wurde das große Schwungrad des Klimawandels in Gang gesetzt und selbst heute, da man um die Folgen weiß, verändern die meisten Staaten und Individuen ihr Verhalten nicht im Geringsten. Nach uns die Sintflut. Noch rücksichtsloser ist die Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten. Das Treffen in Paris muss die Frage beantworten, ob das Prinzip der Vernunft diese Ignoranz gegenüber dem eigenen Wissen wenigstens auf der Ebene der Staaten besiegen kann. Die Individuen werden dann folgen, folgen müssen. Es geht um die Frage, ob die Menschheit als Ganzes sich einer Kultur der Nachhaltigkeit verschreibt. Wenigstens bei diesem Thema, das alle Völker in ihrer bisherigen Lebens- und Wirtschaftsweise gefährdet. Ob sie auf versinkenden Inselstaaten leben, in überschwemmten Niederungen, auf vertrocknenden Böden oder in überhitzten Städten. Käme es in Paris zu einem Abkommen, wäre dies ein starkes Zeichen auch für die Lösung der anderen großen Menschheitsprobleme. Es sieht gut und schlecht aus für die Konferenz. Gut, weil inzwischen fast alle Staaten Beiträge zum Klimaschutz leisten wollen und Selbstverpflichtungen angekündigt haben. Gut, weil die Industrieländer ihre Verantwortung für den von ihnen verursachten Teil des Klimawandels übernehmen und einen Fonds zur globalen Energiewende finanzieren, sodass der alte Nord-Süd-Gegensatz nicht mehr alles überlagert. Schlecht aber, weil immer noch einige Staaten Ausnahmen wollen oder lange Fristen. Manche verhalten sich wie Raucher, die das Aufgeben zwar versprechen, aber heimlich schon neue Zigaretten kaufen. Die Dummheit stirbt eben als Letzte aus. Es wird wahrscheinlich möglich sein, sich auf das Ziel zu einigen, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen. Weil es ein langfristiges Ziel ist und vorerst nur auf dem Papier steht. Eine Vereinbarung über die Verbindlichkeit des Abkommens wird schon viel schwerer fallen. Da aber liegt die Crux. Es gibt kein Weltgericht, das Staaten zur Vernunft verpflichten könnte. Die müssen sie schon selbst aufbringen. Ab Montag in Paris.

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