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Lausitzer Rundschau: Nach Gutsherrenart Zum Streit ums Bafög

Cottbus (ots) - Nicht jeder Student nagt am Hungertuch, wie die Linke gerne suggeriert. Studenten leben aber auch nicht in Saus und Braus, wie manche Nicht-Akademiker vermuten. Viele arbeiten für ihren Lebensunterhalt, weil das Bafög keine Rundum-Absicherung ist. Das ist auch gut so. Vollkasko gibt es wohl in keinem Lebensbereich. Beim Bafög war es in den vergangenen Jahren meist so, dass die Erhöhungen kräftiger ausfielen, als es die Inflation erfordert hätte. Der Vorsprung wurde dann abgebaut und durch die nächste Anhebung wieder hergestellt. Dieses Prinzip ist durch die Politik ins Wanken geraten, weil sie die Studenten schon seit 2010 vertröstet. Mehr Geld gibt es erst wieder zum Wintersemester2016. Insofern ist nicht verwunderlich, dass neu über einen automatisierten Bafög-Anstieg gestritten wird. Polemisch kann man anführen, die Diäten der Bundestagsabgeordneten steigen ja auch von 2016 an automatisch, weil sie an die Entwicklung der Bruttolöhne gekoppelt worden sind. Also sollte Deutschlands künftigen Fachkräften und Wissenschaftlern ähnlich Gutes widerfahren. Vor allem aber klettern von Jahr zu Jahr die Preise, günstige Wohnheimplätze fehlen, Studenten-Buden werden immer teurer. Der Ruf nach einem dynamischen Bafög ist somit verständlich. Allerdings ist Ministerin Wankas Argument, dass man Studis nicht mit Durchschnittsverdienern vergleichen darf, ebenfalls richtig. Studenten haben viele Vergünstigungen. Deshalb sollte die Politik darüber nachdenken, eine unabhängige Kommission einzurichten, die alle zwei Jahre die Sätze prüft und dann eine Empfehlung ausspricht. Damit würde das zweifelhafte Prinzip beendet, dass die Parteien weitgehend nach Gutsherrenart über die Baföghöhe entscheiden. Und das wäre schon viel wert.

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