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Lausitzer Rundschau: Ironie des Schicksals? Zur Ausdünnung der RE 2-Haltepunkte auf der Strecke Cottbus - Berlin

Cottbus (ots) - Ironie des Schicksals: Da macht Brandenburgs Ministerin Kathrin Schneider drei Landräten aus der Lausitz im Krisengespräch klar, dass zumindest an der teilweisen Schließung von Bahn-Haltepunkten auf der RE 2-Strecke zwischen Cottbus und Berlin kein Weg vorbeigeht. Und beinahe zur selben Zeit verkündet Bahn-Chef Rüdiger Grube, dass man eine bundesweite Stationsoffensive im Regionalverkehr starten werde - mit zusätzlich 350 neuen Haltepunkten. Eindringlicher lässt sich nicht widerspiegeln, was bei der Bahn im Allgemeinen und auf den Gleisen zwischen Cottbus und Berlin im Speziellen schiefläuft. Seit Jahren. Vor dem Hintergrund, dass das Damoklesschwert der kompletten Schließung über vier Haltestellen schwebte, mag der Erhalt von Brand (Tropical Islands) und das Zugeständnis an Pendler aus Raddusch, Kunersdorf und Kolkwitz am Morgen nach und am Abend aus Berlin als Erfolg gewertet werden. Dennoch ist die erhebliche Ausdünnung der Haltepunkte des RE 2 in der Lausitz nur das vorläufig letzte Glied in einer beinahe endlos langen Kette von Pleiten, Pech und Pannen. Da verzögerten Kabelklau, Softwareprobleme und Moorstellen zunächst den Start auf der für 160 km/h ausgebauten Strecke. Mit der Übernahme des RE 2 durch die Odeg im Dezember 2012 fehlten die Züge. Der Halt in Brand wurde kurzerhand gestrichen, um Fahrzeit zu sparen. Eine Studie zur chronischen Unpünktlichkeit auf der Strecke kommt zu dem Schluss, dass dieser mit 389 Kilometern längste Regionalexpress Berlin-Brandenburgs ein zu enges Fahrplankorsett hat und entzerrt werden muss. Aber der Kardinalfehler ist dem RE 2 in die Wiege gelegt: Als 2009 Konjunkturmittel des Bundes nach fertigen Infrastruktur-Planungen in den Ländern Ausschau hielten, konnte Brandenburg das Schienenprojekt Cottbus - Berlin vorlegen. Trotz der Kritik am geplanten eingleisigen Ausbau zwischen Cottbus und Lübbenau, wurde eine der größten verkehrspolitischen Sünden in Brandenburgs Süden zugelassen. Das zweite Gleis ist damals sogar überbaut worden. Und daran krankt der Schienenverkehr auf dieser Strecke immer wieder. Selbst eine für Land und Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg "völlig überraschende" Fertigstellung des Verkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8 (ICE-Einbindungen in Berlin), verbunden mit gleichzeitigen Bauarbeiten und Umleitungen von der Dresdner Bahn hätte die RE 2-Linie nicht aus der Spur drängen können. Wenn das zweite Gleis zur Verfügung stünde. Es ist weit mehr als Ironie des Schicksals, dass 350neue Bahnhaltepunkte kommen sollen, sie in der Lausitz aber ausgedünnt werden. Es ist ein Brandenburger Fehler im System.

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