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Lausitzer Rundschau: WM im Visier Putin und die Fußballweltmeisterschaft

Cottbus (ots) - Ein bisschen verfrüht, oder? Die letzte Fußball-Weltmeisterschaft ist gerade mal anderthalb Wochen vorbei, da haben einige Politiker schon die nächste WM in vier Jahren ins Visier genommen. Die findet bekanntlich in Russland statt. Und weil der russische Präsident Wladimir Putin mit seiner Ukraine-Politik Europa in eine tiefe Krise gestürzt hat und bei der Aufklärung des Flugzeugabsturzes wenig hilfreich ist, soll Russland die Weltmeisterschaft entzogen werden. Oder aber damit gedroht werden. Das ist eine populistische Debatte zur Unzeit. Wer weiß, was in vier Jahren ist? Selbst Angela Merkel kann sich nicht sicher sein, dann noch als Kanzlerin zu regieren, obwohl die Umfragen derzeit anderes suggerieren. Soll heißen: Die politischen Entwicklungen werden immer rasanter, neue Krisen kommen wie aus dem Nichts, alte werden mühevoll beigelegt. Obwohl die Anzeichen dagegen sprechen - auch Putin ist zuzutrauen, dass er seinen Blick auf die Dinge vielleicht noch ändert. Dafür gibt es intensive diplomatische Bemühungen, weitere Sanktionen gegen Russland sind in der Pipeline. Das ist die richtige Politik im Hier und Jetzt, da braucht es keine Drohungen mit dem Entzug einer WM in vier Jahren. Es ist auch eine Debatte ohne richtiges Ziel. Denn die alten Herren vom Fußballweltverband Fifa scheren sich wenig um politische Krisen, auch nicht um Menschenrechte oder soziale Verwerfungen - siehe Brasilien, siehe die unsägliche Vergabe der WM an Katar im Jahr 2022. Hauptsache, der Profit stimmt. Das gilt übrigens auch für andere globale Sportverbände. Eine Debatte über die Macht und die Strukturen dieser Organisationen würde mehr Sinn machen.

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