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Lausitzer Rundschau: Keine gute Nachricht Cottbus verliert Rennen um Spitzenforschungsinstitut

Cottbus (ots) - In Cottbus laufen künftig die Fäden für die Forschung zu strategischen Rohstoffen für ganz Deutschland zusammen. Wie gern hätte die Lausitzer Rundschau heute diese Meldung gebracht. Es wäre mehr als ein Hoffnungsschimmer für die Region gewesen, die noch immer im Dunkeln steht, wenn es um die Beantwortung der Frage geht, wohin sie sich in den kommenden Jahrzehnten entwickeln will. Die obige Meldung lief tatsächlich über den Nachrichtenticker, nur etwas anders. Sie lautete: "In Freiberg laufen künftig die Fäden für die Forschung zu strategischen Rohstoffen für ganz Deutschland zusammen." Ein guter Tag für Mittelsachsen. Und eine Niederlage für Brandenburg, vor allem aber für die Lausitz. Auch für die sächsische Lausitz. Nicht sehr sinnvoll ist jetzt die schnelle Suche nach Schuldigen. Klar, dass die Opposition in Potsdam Versäumnisse bei der Landesregierung sieht. Und gewiss muss hinterfragt werden, warum in der Öffentlichkeit mitunter der Eindruck entstanden ist, dass sich die Landesregierung in Dresden stärker für Freiberg engagierte als Potsdam für Cottbus. Dennoch greift diese Erklärung zu kurz. Genauso wie die Begründung, die politischen Farben hätten nicht zusammengepasst. Zumindest das Forschungsministerium der schwarz-gelben Bundesregierung sieht das anders und beruft sich auf eine internationale Expertenjury - die Entscheidung sei "in der Sache" gefallen. Die "Sache" müssen nun alle Beteiligten - vor allem die Verlierer in Cottbus - genau unter die Lupe nehmen, um entsprechende Schlüsse zu ziehen. Die Analyse muss ehrlich ablaufen, nur so können Cottbus und Potsdam aus der Niederlage lernen. Viele Fragen müssen gestellt und beantwortet werden. Hätte die Landesregierung tatsächlich mehr tun können als sie tat? Hat die Stadt Cottbus selbst genug getan, um diese für die Entwicklung der Region so wichtige Einrichtung zu bekommen? Und nicht zuletzt: Ist die Universität gut genug aufgestellt, um so dicke Fische wie jenes Ressourceninstitut in die Lausitz zu ziehen? Zunächst aber heißt es Wunden lecken und eine Fußballweisheit beachten: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Der Bund wird im kommenden Jahr über die Vergabe weiterer Gelder für die Spitzenforschung entscheiden. Potsdam und Cottbus sind mit der Geoenergieforschung im Rennen. Mit der gestrigen Entscheidung ist es etwas dunkler geworden in der Lausitz. Die nächsten Projekte müssen engagierter angegangen werden.

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