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Lausitzer Rundschau: Der Abgang ist unumgänglich Bischof Mixa gesteht Ohrfeigen

Cottbus (ots) - Die ein oder andere Watschen - mit diesen Worten gab der Augsburger Bischof Walter Mixa gestern zu, in den 70er-Jahren Heimkinder im bayerischen Schrobenhausen geschlagen zu haben. Sicher: Zu einer Zeit, in der das Ohrfeigen im deutschen Schulsystem noch normal war, und auch Eltern ihre Kinder zu Hause gelegentlich prügelten, mag auch ein schlagender Priester noch normal gewesen sein. Doch für das selbstherrliche, uneinsichtige und heuchelnde Verhalten Walter Mixas ist das schon lange keine Entschuldigung mehr. Denn dafür hat der Augsburger Bischof die Öffentlichkeit in den letzten Wochen zu intensiv belogen. Schon nach der ersten eidesstattlichen Versicherung eines ehemaligen Heimkinds hätte der Theologe mit einem klaren Eingeständnis vor die Kameras treten und um Vergebung bitten müssen. Dann hätte man über die Zeitumstände diskutieren können und darüber, ob die Watschen angemessen gewesen wären. Dann hätte auch das eine oder andere Kind von damals eine Chance gehabt, sich mit Mixa auszusprechen und ihm am Ende zu vergeben. Dann hätte der Augsburger Oberhirte eine Möglichkeit gehabt, auf seinem Bischofsstuhl zu bleiben. Doch Mixa folgte nicht dem guten Beispiel der ehemaligen evangelischen Landesbischöfin Margot Käßmann, die das Verhältnis von Reue, Buße und Vergebung mit dem Rücktritt nach ihrer Alkoholfahrt glaubwürdig neu definierte. Wochenlang erklärte er, er habe ein reines Herz. Wochenlang versuchte sein Pressesprecher, die ehemaligen Heimkinder zu diskreditieren und ihre Äußerungen als unglaubwürdig darzustellen. Die Konsequenz daraus ist klar: Walter Mixa muss zurücktreten und zwar sofort. Gerade der Augsburger Bischof, der sich immer wieder mit polternden, moralisierenden Stellungnahmen in die Bundespolitik einmischte, hat sich durch sein Verhalten völlig unglaubwürdig gemacht. Für die Kirche ist er nicht mehr tragfähig. Er sollte seine Ämter niederlegen, sich in ein Kloster zurückziehen und für die ehemaligen Bewohner des Schrobenhausener Kinderheimes beten - und die katholische Deutsche Bischofskonferenz und auch der Vatikan sollten Walter Mixa diesen Schritt mit Nachdruck nahelegen.

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