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Lausitzer Rundschau: An der Realität vorbei Debatte um flächendeckende Pkw-Maut

Cottbus (ots) - Würde es eine Liste der unpopulärsten Wörter geben, "Maut" wäre ganz weit vorn mit dabei. Seit gestern ist der Begriff erneut in aller Munde. Grund dafür ist das Bundesumweltamt (UBA), das sich in einer bisher nicht veröffentlichten Studie für eine flächendeckende Pkw-Maut ausspricht. Der Vorschlag eröffnet in der langjährigen Maut-Diskussion eine neue Dimension: Früher ging es um Autobahnen, jetzt um alle Straßen. 400 Euro für 10 000 Kilometer Fahrt rechnen die UBA-Experten vor. Das ist viel Geld. Zudem kommt, dass mancher Autofahrer in Brandenburg deutlich mehr Kilometer jedes Jahr zusammenbekommt. Im ländlich geprägten Raum müssen teils erhebliche Strecken zurückgelegt werden, um zum nächsten Supermarkt zu gelangen, die Kinder in die Kita oder Schule zu bringen oder am kulturellen Leben teilzunehmen. Und auch die Firma steht selten direkt vor der Wohnungstür. Lausitzer, die berufsbedingt jeden Tag in den Berliner Speckgürtel fahren müssen, sind keine Ausnahme. An dieser Lebenswirklichkeit geht eine streckenbezogene Maut vorbei. Dennoch muss dem UBA zugutegehalten werden: Es bringt neuen Schwung in die Maut-Diskussion. Im Mittelpunkt steht endlich keine allgemeine Abgabe für alle, wie noch bei der Autobahn-Vignette, sondern eine differenzierte Berechnung - ein Schritt in die richtige Richtung. Und eines ist klar: Eine Maut dauerhaft zu umgehen, ist nicht möglich. Aus der Kfz- und Mineralölsteuer wird einfach zu wenig Geld generiert, um allein damit verkehrsbedingte Umweltschäden zu beheben und den Erhalt der Infrastruktur bezahlen zu können.

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