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Lausitzer Rundschau: Halbherzig Wenn Schüler Ländergrenzen überschreiten

    Cottbus (ots) - Die einen wollen vor allem Sprachen, die anderen Naturwissenschaften, die nächsten legen besonderen Wert auf christliche Erziehung. Weiterführende Schulen haben die Möglichkeit, mit besonderen Profilen unterschiedliche Angebote zu unterbreiten, auch wenn sie alle inzwischen zum vergleichbaren (Zentral-)Abitur führen. Eltern haben die Möglichkeit, für ihren Sprößling die richtige Schule auszuwählen. Doch sowohl die angebotene Vielfalt in Inhalt und Trägerschaft als auch die gepriesene Wahlfreiheit bleiben halbherzig, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, wenn - wie im Fall der Brandenburger Schüler am Hoyerswerdaer Johanneum - diese Kinder in Sachen Fahrtkostenübernahme für den Weg zur Schule schlechter behandelt werden als ihre Altersgenossen. Statt also froh zu sein, dass ein attraktives Angebot kurz hinter der Landesgrenze (oder wie mit Neuzelle sogar hinter der Kreisgrenze) auch die eigene Schullandschaft bereichert, wird in Spree-Neiße eher mit dem Finger auf die Abtrünnigen gezeigt. Warum? Geht es um die Sicherung der eigenen Schulstandorte? Ist es die (politische) Konkurrenz der unterschiedlichen Schulsysteme in den beiden Ländern? Sind es die klammen kommunalen Kassen? Ist es nicht provinziell und engstirnig, sich nicht darüber freuen zu können, dass die eigenen jüngsten Einwohner auf vielfältige Art gute Bildung empfangen können? Wenn also die Landkreise, die die Hoheit über die Schülerbeförderung per Gesetz haben und somit auch ausufernde Elternwünsche begrenzen könnten, nicht übereinkommen, ist es höchste Zeit für ordnende Länderabkommen.

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