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Lausitzer Rundschau: Die Angst vor Fiat Opel-Arbeitnehmer wollen Einstieg der Italiener nicht

    Cottbus (ots) - Die Opelaner in Rüsselsheim, Eisenach und an anderen Standorten haben alle lieb - bloß nicht die Italiener. Sie brauchen für die Herauslösung aus dem vor der Insolvenz stehenden General-Motors-Konzern und damit für den Fortbestand ihrer Werke dringend einen Investor. Aber Fiat, bitteschön, soll es nicht sein. Das stellte Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz gestern sofort klar, als sich die Gerüchte um einen Einstieg von Fiat bei Opel verdichteten. Er hätte lieber den kanadisch-österreichischen Magna-Konzern am Opel-Steuer, mit dem angeblich auch Gespräche laufen. Magna ist ein Zulieferer mit einem weltweit kaum überschaubaren Firmengeflecht. Auch der russische Autokonzern GAS soll Interesse bekunden, wie gestern zu vernehmen war. Wahrscheinlich würde Franz sogar lieber einen Finanzinvestor in der Opel-Zentrale sehen als Fiat. Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel, der Frankfurter IG-Metall-Bezirksleiter Armin Schild und eine ganze Reihe von "Autoprofessoren" stoßen ebenfalls in dieses Horn. Aber warum die Angst vor einem Fiat-Konzern, der zwar verschuldet ist, sich aber in den vergangenen Jahren merklich saniert hat? Der Grund ist klar: Die Italiener bauen nicht nur Autos für die selben Marktsegmente, sie bedienen auch die selben Märkte. Opel wie Fiat leiden unter einer Überproduktion - und kämen gemeinsam auf eine gigantische Überproduktion. Das kann, muss aber nicht zu Werkschließungen führen. Denn gemeinsam wären Opel und Fiat auch stärker am Markt. Vielleicht müssten sich ja dann die Japaner warm anziehen und die Franzosen. Eine Sofort-Hysterie allein beim Nennen des Namens Fiat hilft jedenfalls nicht weiter.

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