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Lausitzer Rundschau: Angehörige der Opfer fordern Konsequenzen: Wortmeldung aus Winnenden

    Cottbus (ots) - Diese Wortmeldung kann man nicht als Reflex von Menschen abtun, die wütend und verzweifelt sind. Was die Angehörigen der Opfer von Winnenden in ihrem offenen Brief formuliert haben, ist eine sehr überlegte, differenziert vorgetragene Erkenntnis, die aus ihrer Betroffenheit gewachsen ist. Umso mehr hat sie Gewicht. Die Angehörigen konzentrieren sich auf die Regelungen für Sportschützen, denn wie in Erfurt kommt der Täter wieder aus dem Dunstkreis dieses Hobbys und fand dort die Waffe. Die Beschränkung auf kleinkalibrige Waffen und schärfere Kontrollen der Waffenaufbewahrung sind Forderungen, die ernsthaft erwogen werden müssen. Ebenso das Verbot von Killerspielen. Das verlangt auch der Bundespräsident. Die Gefahr jedoch besteht, dass die Politik bald wieder zur Tagesordnung übergeht. Nach Erfurt gab es noch runde Tische im Kanzleramt und tatsächlich einige Gesetzesänderungen. Nun, beim zweiten Massaker, droht eine Art Gewöhnungseffekt, der sich aus dem vermeintlichen Wissen speist, dass man letztlich ja doch nichts tun könne. Derzeit gibt es zwar viele Vorschläge, denen aber sogleich die entsprechenden Ablehnungen folgen. So wird die Debatte schnell im Sande verlaufen. Die Tränen der Kanzlerin bei der Trauerfeier am Sonnabend sind echt gewesen. Nun müssen ihnen ebenso echte Taten folgen. Angela Merkel sollte diese Angelegenheit zur Chefsache machen und zusammen mit den Innenpolitikern ihrer Koalition und der Länder unter Einbeziehung von Vertretern der Angehörigen überlegen, was getan werden kann. Um ein neues Erfurt, ein neues Winnenden wenigstens etwas unwahrscheinlicher zu machen.

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