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Lausitzer Rundschau: Diskussion über Rot-Rot-Grün in Hessen Wasch' mir den Pelz

    Cottbus (ots) - Die Logik ist eigentlich zwingend: Wenn Andrea Ypsilanti (SPD) schon mithilfe der Linkspartei in Hessen an die Macht kommen will, dann kann sie auch gleich eine rot-rot-grüne Koalition bilden Nur, was ist bei der SPD noch logisch? Mal trommelt sie für die Agenda 2010, ein anderes Mal distanziert sie sich davon. Mal sind die Linken Schmuddelkinder, dann werden sie plötzlich gebraucht. Auch die Hessen-SPD verfährt letztlich nach der Devise, wasch' mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass. Sie will Roland Koch (CDU) zwar stürzen, schämt sich jedoch ein bisschen für die Wahl ihrer Mittel. Dabei lehrt die (ostdeutsche) Geschichte, dass die PDS immer dann am stärksten war, wenn sie maximalen Einfluss bei minimaler Verantwortung besaß. Nach vier Jahren einer rot-grünen Minderheitsregierung in Sachsen-Anhalt waren die Grünen 1998 dort sogar aus dem Landtag geflogen. Kein Wunder, wenn mancher grüne Parteigänger nun ein ähnliches Debakel in Hessen fürchtet. Umgekehrt lehrt das Beispiel Berlin, dass die Linke zu einer realistischen Politik gezwungen ist, wenn sie mit am Kabinettstisch des Senats sitzt. Vom Image der linken Protestpartei ist in der Hauptstadt kaum etwas zu spüren. Auch das Argument der Sozialdemokraten, die Linken im Westen hätten noch keinerlei parlamentarische Erfahrung, zieht nicht wirklich. Denn dann dürfte sich Ypsilanti auch nicht auf eine indirekte Machtbeteiligung der Linkspartei einlassen. Aus Sicht der SPD-Frau mag es gute Gründe geben, die Annäherung an Lafontaines Truppen zu vernebeln. In der breiten Öffentlichkeit bleibt jedoch Ypsilantis Wortbruch haften, egal, ob in Hessen am Ende toleriert oder koaliert werden würde.

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