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Lausitzer Rundschau: Gedenken an den von den Nazis verfemten Arno Schirokauer Leben durch Erinnerung

    Cottbus (ots) - Eine Erinnerungstafel weist ab morgen am Haus Brandenburger Platz 6 in Cottbus darauf hin, dass hier 1899 der Schriftsteller Arno Schirokauer geboren wurde und aufgewachsen ist. Mit dieser Tafel gewinnt die an über die Region hinaus wichtigen historischen Persönlichkeiten nicht eben reich gesegnete Lausitz einen neuen Ort der Nachdenklichkeit. Immerhin verbindet sich mit dem Namen Schirokauer die Erinnerung an die nationalsozialistische Bücherverbrennung, die Geist zu Asche machte. Sie vernichtete Werte, die unersetzlich schienen. So wie der sagenhafte Phönix aus der Asche stieg, sind auch die Werke großer Autoren nach 1945 wieder erschienen. Sie waren nicht zu besiegen. Schön ist das Erlebnis, dass letzten Endes auch die Menschen nicht zu besiegen waren. Die Enthüllung der Cottbuser Gedenktafel ist ein neues Zeugnis dafür. Sie zeigt, dass man Erinnerungen aufbauen und beleben kann. Wo es keine Zeitzeugen und keine Verwandten und Bekannten mehr gibt, ist der Wille gefragt, einen Menschen und sein Werk über die Zeiten hinweg zu hören. Bei Schirokauer zeigt sich, dass der Wert seiner Bücher über die Grenzen historischer Wertschätzung hinaus von Belang ist. Seine Sicht auf Menschen ist ermutigend und bestärkend. Er schätzt Mut und Entschlossenheit. In seiner Lassalle-Biografie lesen wir: Man zieht ihm den Boden des politischen Handelns unter den Füßen weg. Er schafft sich neuen Boden. Mit solcher Einstellung sind über politisches Handeln hinaus viele andere Aufgaben zu lösen. Auch die weitere Erschließung der Person Schirokauers. Aus den Flammen geholt, will das Werk jetzt erst richtig mit uns reden.

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