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Lausitzer Rundschau: Mugabe will mit Wahl-Farce Simbabwes Präsident bleiben Made in Africa

Cottbus (ots)

Kongo, Kenia oder Simbabwe - Afrika wirkt aus
europäischer Sicht oft als eine Ansammlung gescheiterter und nicht 
zukunftsfähiger Länder. Trotz allem gibt es aber Indizien, dass das 
nicht so sein muss.
Vor etwa 50 Jahren hatte der Kontinent einen ähnlichen 
Entwicklungsstand wie beispielsweise Südkorea. Die meisten Länder 
verharrten in den folgenden Jahrzehnten bestenfalls auf dem damaligen
Niveau. Asiatische Staaten dagegen zeigten, dass Unterentwicklung und
Armut nicht naturgegeben sind. In Afrika aber endete der Traum 
gesellschaftlichen Fortschritts nach dem Ende der kolonialen 
Herrschaft vielfach in der Herrschaft heimischer Potentaten. Geradezu
ein Paradebeispiel dafür ist Simbabwes Präsident Robert Mugabe. Einst
Kämpfer gegen die britische Kolonialmacht wurde er nach der 
Unabhängigkeit 1980 Ministerpräsident - und ließ schon damals bis zu 
20 000 Anhänger eines innerparteilichen Rivalen abschlachten. Mugabe,
seit 1987 Präsident des damals wirtschaftlich durchaus erfolgreichen 
Landes, wurde von Ost wie West hofiert. Das Ende des Kalten Krieges 
veränderte aber auch seine Lage. Notwendig werdende wirtschaftliche 
Reformen beantwortete der heute 84-Jährige mit Repressionen gegen 
weiße Landbesitzer, mit Wahlfälschungen und inzwischen hundertfachem 
Mord an Oppositionellen - der Freiheitsheld wandelte sich zum 
Diktator.
In einer Stichwahl genannten Farce will er sich heute als Staatschef 
bestätigen lassen. Vorherige Bemühungen von Nachbarländern und 
Afrikanischer Union um demokratische Wahlen blieben erfolglos. 
Dennoch scheint dieses Vorgehen - noch vor Jahren von den heutigen 
Akteuren abgelehnt - auf längere Sicht Erfolg versprechend: 
Afrikanische Institutionen und Organisationen, afrikanische Länder 
und Politiker kümmern sich um die inzwischen vielfach hausgemachten 
Probleme des schwarzen Kontinents. Und diese Lösungen Made in Africa 
mögen Europäern vielfach nicht als solche erscheinen. Sie sind aber 
vermutlich häufiger an der Realität Afrikas als gut gemeinte 
Ratschläge aus Europa.
Mit Mugabe allerdings wird Simbabwe wohl weiter leben müssen, bis - 
auf welchem Wege auch immer - ein Nachfolger die Präsidentschaft im 
Lande übernimmt. Allerdings wird auch dann nicht im Selbstlauf alles 
besser werden, wie in jüngster Zeit andere Länder auf dem Kontinent 
zeigen. Sich auf einen solchen Machtwechsel aber vorzubereiten und 
dann bereit zu sein zu helfen, dass in der Ära nach Mugabe zumindest 
Einiges besser wird - das wäre immerhin etwas, was auch Europa und 
Deutschland schon heute tun können.

Pressekontakt:

Lausitzer Rundschau

Telefon: 0355/481231
Fax: 0355/481247
lr@lr-online.de

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