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Frankfurter Neue Presse: Und die FDP bewegt sich doch. Politikchef Dr. Dieter Sattler über das Thema Zeitarbeit.

Frankfurt am Main (ots) - Zeitarbeiter haben trotz aller Anstrengungen am Ende des Monats trotz Vollzeitsjobs oft gerade mal 1000 Euro in der Tasche und müssen zudem ständig um ihren Job bangen. Wie sollen sich da gerade junge Leute, die in der Zeitarbeitsbranche überdurchschnittlich stark vertreten sind, eine Zukunft aufbauen? Das scheint viele Arbeitgeber, die mit Leiharbeitern hantieren, herzlich wenig zu stören. Auch wenn sie sich im Familienkreis oder bei öffentlichen Reden möglicherweise laut Sorgen um die demographische Zukunft Deutschlands sorgen.

Und auch die Politiker der Union haben nicht erkannt, dass ihr Eintreten für traditionelle Werte und Marktgläubigkeit eigentlich nicht zusammenpassen. So hat die familienorientierte Union ähnlich wie die marktliberale FDP das Thema Mindestlohn lange nur als Kampfthema der Linken angesehen. Erst unter dem Eindruck der Finanzkrise und eines dadurch hervorgerufenen Linksschwenks in der Bevölkerung, die sich nicht mehr nur nach Marktdirektiven richten will, hat sich bei der Union etwas getan. Was den Mindestlohn betrifft, hatte sie mit ihrem Wunsch-Koalitionspartner FDP lange Zeit das gleiche Problem, das früher die SPD mit ihr hatte. Die FDP verweigerte sich so, wie sich früher die Union gegen über der SPD verweigert hatte.

Doch angesichts ihrer schlechten Umfragewerte scheint sich jetzt auch die FDP beim Mindestlohn zu bewegen: "Markt pur" ist out. Hoffentlich sind dies nicht nur taktische Signale. Denn die Zeit drängt. Von Mai 2011 an gilt die Freizügigkeit für Arbeitskräfte aus osteuropäischen EU-Mitgliedsländern. Ohne Mindestlohn werden dann garantiert auch die preisgünstigsten deutschen Zeitarbeitsfirmen unterboten. Und genau dieser Konkurrenzdruck auch für die eigene Klientel dürfte auch der Grund dafür sein, dass die FDP sich doch bewegt - beim Mindestlohn.

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