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Frankfurter Neue Presse: Nordkorea: Die Irren mit der Bombe. Leitartikel von Politikchef Dr. Dieter Sattler.

Frankfurt am Main (ots) - Da auch irrationale Herrscher ein Überlebensinteresse haben, ist aber anzunehmen, dass die Kim-Clique darauf vertraut, Südkorea und die USA würden angesichts der atomaren Bewaffnung Pjöngjangs vor einer Eskalation zurückschrecken. Ein echter Krieg mit Nordkorea würde auch China auf den Plan rufen, das noch immer seine schützende Hand über den kommunistischen Nachbarn hält. Und an einer Konfrontation mit Peking hat wirklich niemand Interesse.

Es ist aber zu fragen, wie lang sich das aufstrebende China die gefährlichen Marotten des irren Nachbarn noch gefallen lassen will. Will Nordkorea, wie von einigen Experten vermutet, mit den Provokationen an der Seegrenze mit Südkorea neue Verhandlungen über deren Verlauf bzw. vielleicht sogar einen Friedensvertrag mit dem feindlichen Bruder erzwingen?

Dieses Ziel wäre noch ein Stück weit nachvollziehbar, würde aber durch das kriegerische Vorgehen zugleich wieder ad absurdum geführt. Denn wie soll Südkorea, wie soll der Rest der Welt einem Regime vertrauen, dass sich solcher Methoden befleißigt? Wie wir es auch drehen und wenden, bei allen Erklärungsversuchen bleibt ein irrationaler Rest. Wir könne eben nicht ganz in die schwarze, Pardon, rote Seele der nordkoreanischen Herrscher blicken.

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