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Frankfurter Neue Presse: Atom: Nicht nur schlecht verkauft. Leitartikel von Politikchef Dr. Dieter Sattler über die Rolle von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) bei den Atomverhandlungen.

Frankfurt am Main (ots) - Bei der Atomskepsis, die in der Bevölkerung herrscht, wirkt es nicht gerade vertrauenerweckend, wenn nach einem von der Koalition als ihr Meisterstück gefeierten Kompromiss fast jeden Tag etwas nachkommt - und noch dazu von Geheimabsprachen mit der Atomindustrie die Rede ist. Erst nach und nach erfuhr die Bevölkerung, dass die Ablasszahlungen der Industrie für Laufzeitverlängerung und Sicherheit der Kernkraftwerke geringer ausfallen als zunächst angekündigt.

Und gestern musste Umweltminister Norbert Röttgen (CDU), erneut mit Kritik am Atomdeal konfrontiert, einräumen, bei der Vertragsschließung mit der Industrie überhaupt nicht dabei gewesen zu sein. Man stelle sich vor: Der Fachminister durfte, als die wichtigen Leute Nägel mit Köpfen machten, nicht hinein. Frei nach Erika Steinbach müsste man Röttgen nun als das grüne Alibi der Union bezeichnen. Denn wenn einer in den vergangenen Wochen und Monaten überzeugend darlegen konnte, dass die Union inzwischen auch ein Umweltgewissen entwickelt hat, dann Röttgen.

Und nun das: Röttgen, der ohnehin schon als Verlierer des Atomdeals gesehen worden war, steht nun sogar da wie ein dummer Schuljunge. Aber Merkel hat nicht nur ihm persönlich schwer geschadet, sondern auch der Glaubwürdigkeit der Union.

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