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Frankfurter Neue Presse: Ungeschminkt. Susanne Keeding über Afghanistan und Wikileaks.

Frankfurt am Main (ots) - Prüfen, herunterspielen, abwiegeln- die Reaktion des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin auf den Daten-Coup von Wikileaks ist verständlich, doch durchschaubar. Natürlich mag keine Armee der Welt zugeben, an einer empfindlichen Stelle getroffen worden zu sein. Die einzelnen kurzen Lage-Nachrichten haben es in der Gesamtschau durchaus in sich. Die vielen, im knappen Nachrichtenstil verfassten Meldungen geben ein ungeschminktes Bild des Krieges wieder.

Gewinnen wird auch Wikileaks selbst. Der "Geheimdienst des Volkes" hat bereits mehrfach mit zugespielten Original-Dokumenten auf sich aufmerksam gemacht. In Deutschland etwa mit der Veröffentlichung der Toll-Collect-Verträge zur Lkw-Maut oder dem Bericht der Bundeswehr über das Bombardements der zwei Tanklaster in Afghanistan im vergangenen Jahr. Trotzdem war die Internetseite noch bis vor kurzem nicht zu erreichen - angeblich mussten erst ausreichend Spenden für den Weiterbetrieb der Server gesammelt werden. Das sollte nun kein Problem mehr sein.

Zwei erstaunliche Reaktionen aus der Bundesregierung hat es gestern aber doch gegeben: Außenminister Guido Westerwelle sieht sich - natürlich - bestätigt, da er nie die Lage beschönigt habe. Etwas mehr Gefühl für das, was die Leute hören wollen, bewies Verteidigungsminister zu Guttenberg. Er bekannte, dass die Realitäten in Afghanistan in der Vergangenheit weichgezeichnet wurden. Aha. Und die Zukunft wird transparenter?

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