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Frankfurter Neue Presse: Betreuung verbesseren. Leitartikel von Pia Rolfs zu den Übergriffen in einem Ferienlager auf Ameland.

Frankfurt am Main (ots) - Wo verschiedene Altersgruppen und Gesellschaftsschichten aufeinandertreffen und auf engstem Raum wochenlang miteinander leben, können sich Aggressionen schnell entladen. Sexuelle Übergriffe sind in diesem Fall nur eine Variante von Gewalt. Eine besonders effektive Methode, um Schwächere zu demütigen und sich selbst mächtig zu fühlen.

Auch wenn die Fälle zunächst ähnlich wirken: Mit dem sexuellen Missbrauch, etwa durch Priester oder Pädagogen, ist das kaum zu vergleichen. Denn bei den erwachsenen Tätern steht normalerweise nicht die Demütigung der Kinder, sondern die eigene sexuelle Befriedigung im Vordergrund. Und sie können erkennen, welchen psychischen Schaden sie bei ihren Opfern anrichten.

Vorfälle wie auf Ameland werden sich, so hart es klingt, nie völlig vermeiden lassen. Um aber allen Formen von Gewalt und Mobbing entgegenzutreten, müssen Betreuer besser auf schwierige Situationen vorbereitet werden.

Generell sollte sich in unserer Gesellschaft die Erkenntnis durchsetzen, dass die professionelle Betreuung von Kindern, Senioren und anderen Hilfsbedürftigen in die Hände von qualifizierten Kräften gehört. Diese Jobs gehören zu den verantwortungsvollsten und schwierigsten. Sie erfordern Ausbildung, Supervision und verdienen Wertschätzung. Und wer diese Arbeit zu schlecht entlohnt, lockt Menschen an, die mit ihr schnell überfordert sind.

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