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Frankfurter Neue Presse: Kein Grund zur Trauer. Klaus Veit über den gescheiterten Einzug der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ins Finale der WM 2010.

Frankfurt am Main (ots) - Wir sollten die Enttäuschung über das Verpassen des Endspiels abschütteln wie ein Hund das Nass, wenn er aus dem Wasser springt. In vier Jahren ist schließlich wieder eine Weltmeisterschaft. Das deutsche Team ist noch jung, war gegen die ausgebufften Iberer wohl noch etwas zu jung. Das große Ziel vor Augen verlor es seine zuvor geschätzte Leichtigkeit. Ein Routinier wie Ballack oder Frings hätte da vermutlich gut getan. Aber die waren halt aus unterschiedlichen Gründen nicht dabei.

Egal, die Zeit spricht für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes. Ob mit oder ohne Joachim Löw, dessen Vertrag ausläuft. 2012 bei der Europameisterschaft und zwei Jahre später bei der WM in Brasilien sind die Özils, Müllers, Schweinsteigers und Boatengs ein ganzes Stück erfahrener und reifer. Aber noch lange nicht zu reif wie Franzosen oder Italiener bei diesem Turnier.

Spätestens am Sonntag nach der Partie um Platz drei gegen Uruguay werden die schwarz-rot-goldenen Fahnen abmontiert werden. Die Normalität hat uns wieder. Die normalen Sorgen kriechen hinter der unnütz gewordenen Vuvuzela hervor. Auch unsere Bundeskanzlerin wird wieder ihr meist griesgrämiges Alltagsgesicht aufsetzen. Dabei hatte Angela Merkel beim Sieg gegen Argentinien auf der Tribüne so gestrahlt. Kein Wunder, so konnte ihre Regierung noch relativ unbeachtet die sogenannte Gesundheitsreform, also den Griff in die Tasche fast aller Bürger, beschließen.

Eine Fußball-WM hat halt nicht nur ihren sportlichen Wert. Schon im alten Rom wurde versucht, die Untertanen durch Brot und Spiele zu besänftigen.

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