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Frankfurter Neue Presse: Über die Klausurtagung der Liberalen. Wortakrobatik bei der FDP. Leitartikel von Susanne Keeding.

Frankfurt am Main (ots) - Gemeinsame Treffen von Fraktions- und Parteispitze der FDP gibt es nicht häufig. Wenn sich also 70 Männer und Frauen für zwei Tage in Klausur begeben, liegt die Annahme nahe, dass das Parteigetriebe einer Wartung bedarf und Problemen auf den Grund gegangen werden soll. Doch das Ergebnis ist mau. Dabei konnte selbst die Öffentlichkeit in den vergangenen Wochen vor allem zwei Bruchstellen bei den Liberalen mit Leichtigkeit erkennen: Markt- und Sozialliberale waren uneins über Steuererhöhungen für Besserverdienende. Zudem wurde über eine Entlastung von Westerwelle orakelt, der weder als Außenminister noch als Parteichef so richtig punkten konnte. Und nun? Beide Themen hätten keine Rolle gespielt, erklärte Generalsekretär Lindner noch am Sonntagabend um 21 Uhr - und gab damit ein wenig unfreiwillig auch einen Einblick in die Zeit, die die Parteiführung für die Klausur gewährte. Es können nur zwei, drei Stündchen gewesen sein, schließlich war erst Fußball geguckt worden. Die FDP, scheint es, hat nicht nur ein Timing-Problem (Steuersenkungen fordern und Etat mit Rekordverschuldung beschließen), sondern auch ein Zeit-Problem. Sie gibt ihren Mitgliedern zu wenig Raum für kluge Analysen und daraus resultierende Kurskorrekturen.

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