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Frankfurter Neue Presse: zu den A380-Bestellungen von Emirates in Berlin "Emirates provoziert Lufthansa" Eine Analyse von Panagiotis Koutoumanos

Frankfurt am Main (ots) - Die diesjährige Luftfahrtmesse in Berlin wird dem Lufthansa-Vorstand nicht in angenehmer Erinnerung bleiben: Erst verärgert ihn die Bundesregierung mit der Luftverkehrsabgabe, so dass dessen Freude über die beginnende Branchen-Erholung ganz schnell verflogen ist. Und dann stiehlt den Lufthanseaten auch noch der Erzfeind aus Dubai die Show, die sie mit der Präsentation ihrer ersten A380 geplant hatten.

Schon die Tatsache, dass die Airline Emirates überhaupt ein eigenes Exemplar des Airbus-Superjumbo in Berlin präsentiert, kommt einer Provokation gleich. Schließlich ist der Berliner Flugplatz für den Emirates-Linienverkehr immer noch gesperrt, verweigert das Bundesverkehrsministerium den ambitionierten Arabern unter fadenscheinigen Gründen nach wie vor, in Berlin zu starten und zu landen - mit Rücksicht auf den deutschen Platzhirsch Lufthansa.

Wenn Emirates-Chef Ahmed Bin Saeed Al Maktoum in Berlin dann auch noch im Beisein von Angela Merkel den Kauf von weiteren 32 Superjumbos bekanntgibt, demonstriert der Scheich aus Dubai ganz deutlich: Wir wollen weiter in Deutschland expandieren und endlich auch Berlin in unser Streckennetz aufnehmen.Damit erhöht Emirates den Druck auf die Bundesregierung, fairen Wettbewerb hierzulande zuzulassen. Den hatte Berlin zuletzt torpediert, indem es die arabische Airline sogar zwang, seine Preise für deutsche Kunden teilweise deutlich anzuheben - Emirates dürfe nicht günstiger sein als die Lufthansa, hieß es zur Begründung.

Das Lufthansa-Management bestreitet zwar stets, dass die unfreundliche Haltung Berlins gegenüber Emirates ihrem Polit-Lobbying geschuldet ist. Besonders glaubwürdig erscheint dieses Dementi aber nicht. Denn Europas größte Fluggesellschaft fürchtet die rasant wachsende Emirates nicht ohne Grund. Tatsächlich könnten die Araber den Lufthanseaten auf der Langstrecke genauso wehtun, wie es die Billigflieger auf der Kurzstrecke schon tun.

Emirates will seinen Konkurrenten auf den Interkontinental-Strecken zwischen Asien, Europa, Amerika und Afrika Passagiere abnehmen und statt Frankfurt Dubai als Drehscheibe zwischen den Kontinenten etablieren. Schließlich wird der Flughafen in Dubai - das nicht einmal vier Millionen Einwohner zählt - in einigen Jahren Airlines soviel Kapazitäten anbieten wie heute Frankfurt, London-Heathrow, New York-JFK, Tokio-Narita und Singapur-Changi zusammen.

Da verwundert es nicht, dass in Deutschland Politik und Wirtschaft die Reihen schließen. Ob die Bundesregierung diesen Schulterschluss noch lange durchhält, ist wegen des Baus des Flughafens Berlin-Brandenburg International (BBI) in Schönefeld allerdings fraglich. Denn der wird Großkunden wie Emirates dringend brauchen, zumal die Lufthansa von Berlin aus keine Langstrecken anbietet - weil es sich nicht rechne, wie es heißt. Airline-Kunden würden von einem fairen Wettbewerb jedenfalls profitieren, nicht nur in Berlin.

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