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Frankfurter Neue Presse: Über die Rolle der Rating-Agenturen in der Griechenlandkrise. Folgt nicht blind dem Orakel. Leitartikel von Panagiotis Koutoumanos.

Frankfurt am Main (ots) - Dass diese Rosskur nun so schmerzhaft ausfällt, ist aber auch der Reaktion der Ratingagenturen geschuldet, die - wie einst das Orakel von Delphi - weniger mit ihren Forschungsmethoden beeindrucken denn mit ihrer Fähigkeit, den Fortlauf der Dinge zu beeinflussen. Schließlich sind die in den USA beheimateten S&P, Moody's und Fitch auch hier in Europa nach wie vor Dreh-und Angelpunkt für Investoren und die Zentralbank (EZB). Senkt auch nur ein Teil dieses Juroren-Oligopols seinen Daumen über einen Staat, erbeben die Finanzmärkte, werden Kredite für einen Staat wie Griechenland teurer oder - wie nun durch die S&P-Verramschung am Dienstag - gar unmöglich.

Dabei muss man sich fragen, womit diese Rating-Gläubigkeit eigentlich noch zu rechtfertigen ist, durch die Herabstufungen wie beim Orakel von Delhi zu Tautologien werden - zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen. Wie kann es sein, dass das Wohl und Wehe eines ganzen Landes vom Urteil der Agenturen abhängt, die nicht nur die Internet-Blase der Jahrtausend-Wende mit verschuldet haben, sondern auch die schwerste Welt-Finanzkrise seit den 20er Jahren, unter der wir immer noch alle leiden? Schließlich haben diese privatwirtschaftlichen Agenturen gegen hohe Honorare globalen Banken zunächst bei der Entwicklung toxischer Papiere geholfen und diese dann mit Spitzen-Ratings (AAA) gut benotet.

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