ADV Deutsche Verkehrsflughäfen

ADV-Jahresstatistik 2013: Deutsche Flughäfen begrüßen knapp 202 Mio. Passagiere - Optimistischer Ausblick auf 2014

Berlin (ots) - Der Flughafenverband ADV hat heute in Berlin die Verkehrszahlen für das Jahr 2013 veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der Fluggäste an den 22 internationalen Verkehrsflughäfen um 0,7 Prozent auf knapp 202 Millionen Passagiere, die an einem deutschen Flughafen entweder ein-, aus- oder umstiegen.

Zur Verkehrsentwicklung erklärt ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel: "Die Leistungsbilanz der deutschen Flughäfen im vergangenen Jahr ist erfreulich. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnten die Flughäfen beim Passagier- und Cargo-Aufkommen leichte Zuwächse verbuchen."

Im letzten Jahr starteten 730.000 internationale Flüge ab Deutschland zu 400 Flugzielen in 111 Ländern. Insgesamt begrüßten die 22 internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland exakt 201.813.523 Fluggäste - so viele wie noch nie.

Vorsichtiger Optimismus beim Ausblick für 2014

"Die Talsohle ist durchschritten, die Anzeichen für ein leichtes Wachstum verstärken sich!", zeigt sich Beisel zuversichtlich und ergänzt: "Für das neue Jahr erwarten die deutschen Flughäfen ein leichtes Passagierwachstum von 2,2 Prozent."

Zum Jubeln besteht beim Blick auf die 2013er Zahlen allerdings kein Anlass: Im Passagierverkehr konnten im Vergleich zum Vorjahr ausschließlich bei den Kontinentalverbindungen zufriedenstellende Zuwächse erzielt werden (+2,5 Prozent im Vergleich zu 2012). Hingegen verloren im Jahr 2013 die interkontinentalen Verkehre an Schwung. Diese Verbindungen legten nur um 0,4 Prozent zu. Die innerdeutschen Verkehre waren mit 3,6 Prozent weiter deutlich rückläufig. Vor allem kleinere und mittelgroße Flughäfen mussten im ersten Halbjahr 2013 einen deutlichen Verkehrsrückgang hinnehmen.

Internationaler Vergleich stimmt nachdenklich

Die Passagierentwicklung der deutschen Flughäfen fällt vergleichsweise gering aus. Während der globale Luftverkehr mit etwa 6 Prozent wächst, konnten die Flughäfen in Deutschland nur eine minimale Steigerung von 0,7 Prozent verbuchen.

Die deutschen Flughäfen spüren nach wie vor die schwierige Marktsituation der europäischen Netzwerkcarrier. "Der intensive Wettbewerb im preissensiblen Luftverkehrsmarkt hat zu Sparmaßnahmen und Streckenstreichungen geführt", erläutert ADV-Verbandschef Beisel die Situation.

Besorgnis erregende wirtschaftliche Entwicklung

Die Kürzungen der Airlines schlagen sich in der wirtschaftlichen Entwicklung der deutschen Flughäfen nieder: "Voraussichtlich werden nur 6 der 22 internationalen Verkehrsflughäfen 2013 ein positives Nettoergebnis erzielt haben", prognostiziert Beisel.

Die Daten des Fachverbandes ADV legen offen, dass sich die Netzwerkcarrier im Linien- und Charterverkehr in den letzten zwei Jahren aus der Fläche zurückgezogen haben. Dieser Angebotsrückgang konnte nur teilweise durch den im Sommer 2013 wieder erstarkten Streckenaufbau der Low Cost Carrier ausgeglichen werden.

Forderungen an die Bundesregierung

Damit es wirtschaftlich für die deutsche Flughafenbranche wieder bergauf gehen kann, fordert der Flughafenverband ein Bekenntnis zum Luftverkehrsstandort Deutschland - verbunden mit faireren Rahmenbedingungen. Ein Wachstumshemmnis ist nach wie vor die wettbewerbsverzerrende Luftverkehrsteuer, die die deutschen Flughäfen 5 Millionen Fluggäste gekostet hat. Gleichzeitig muss die Bundesregierung den Flughäfen Wachstumsmöglichkeiten erschließen. In Luftverkehrsverhandlungen mit anderen Ländern muss es das Ziel sein, das Angebot für die Passagiere zu verbessern. "Ausländische Fluggesellschaften, die im fairen Wettbewerb neue Verbindungen und Wachstum bringen, müssen willkommen sein", so ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Flugbewegungen und Luftfracht

Die Gesamtzahl der Flugbewegungen sank 2013 im Vergleich zum Vorjahr um 3,8 Prozent auf 2.006.338 Starts und Landungen. Ursächlich für den Rückgang sind die Konsolidierungsprogramme der Airlines, der Einsatz von größerem Fluggerät sowie die höhere Auslastung der Flugzeuge. Dennoch deutet sich für 2014 ein verhaltener Streckenneuaufbau an.

Aufgrund der Nachwirkungen der Eurokrise und der instabilen wirtschaftlichen Lage in weiten Teilen Asiens war die Entwicklung bei der Luftfracht gedämpft. 2013 wuchs die umgeschlagene Luftfracht (inkl. Luftpost) im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,2 Prozent auf 4.325.717 Millionen Tonnen. Bei der Luftfracht, die bekanntermaßen ein wirtschaftlicher Frühindikator ist, deuten die Indikatoren in der ADV-Prognose auf eine langsame Belebung in 2014 hin.

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