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Orangensaft wird teurer

Bonn (ots) - Orangensaft hat im Jahr 2009 in Deutschland die Spitzenposition eingenommen. Mit 9 Liter je Kopf ist er jetzt der meistgetrunkene Fruchtsaft. Die Herstellung erfolgt dabei fast ausschließlich über Orangensaftkonzentrate, die zum allergrößten Teil in Brasilien und Florida eingekauft werden. Im Hauptlieferland Brasilien führen klimatische Bedingungen zu einer im Vergleich zu den letzten Jahren um ca. 20 Prozent geringeren Ernteerwartung. Damit ist absehbar, dass Orangensaft für den Verbraucher im zweistelligen Euro-Cent-Bereich pro Liter teurer wird.

Orangensaftkonzentrat aus Brasilien

Im Wesentlichen beeinflussen vier Faktoren diese Entwicklung:

Die im August beginnende Haupternte wird deutlich geringer als im Vorjahr ausfallen. Experten rechnen 2010 mit einer Produktion von ca. 1 Millionen Tonnen Orangensaftkonzentrat im Gegensatz zu 1,2 Millionen Tonnen im Jahr 2009. Grund hierfür ist der Ausfall einer Blüteperiode. Normalerweise blühen Orangenbäume zweimal. Aufgrund klimatischer Bedingungen gab es nur eine Blüte in diesem Jahr.

Die damit wesentlich niedrigere Ernteerwartung trifft zusätzlich auf geringere Restbestände Orangensaftkonzentrat aus 2009, die nahezu aufgebraucht sind.

Zusätzlich ist die Produktion von Orangen in den letzten Jahren strukturell bedingt zurückgegangen. Aufgrund staatlicher Subventionen in Brasilien für die Herstellung von Bioethanol werden Flächen vom Zitrusanbau in Zuckerrohrplantagen umgewandelt.

Orangensaftkontrakte werden in Dollar abgewickelt. Der Kurs des Dollars stieg jedoch gegenüber dem des Euros um 30 Euro-Cent und verteuert dadurch zusätzlich die Herstellung von Orangensaftkonzentrat.

Die Auswirkungen dieser Faktoren auf den Orangensaftkonzentrat-Handel in 2009 und die aktuelle Preissituation 2010 werden in folgendem Beispiel deutlich:

Im März 2009 kostete eine Tonne Orangensaftkonzentrat ca. 1.000 US-Dollar, dies entsprach rund 700 Euro. Die gleiche Menge kostet heute 2.500 US-Dollar, bei dem aktuellen Dollarkurs entspricht dies 2.100 Euro. Damit hat sich der Einstandspreis für Orangensaftkonzentrat verdreifacht. Rechnet man dieses auf einen Liter Orangensaft um, so entspricht das einer Verteuerung von 25 bis 30 Euro-Cent im Einkauf.

Orangensaftkonzentrat aus Florida bringt keine Entlastung

Ein weiterer großer Lieferant ist Florida. Mit konkreten Ernteerwartungen für Florida kann erst nach Ablauf der Hurrikansaison gerechnet werden. Aufgrund der marktbeherrschenden Stellung Brasiliens ist jedoch hier nicht mit einer Entlastung zu rechnen. Brasilien erntet die Hälfte der Weltproduktion an Orangen. Damit besitzt Brasilien im Orangensaftkonzentrathandel einen Marktanteil von 80 Prozent des Welthandelsvolumens.

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