MasterCard Europe: Regulierung bringt keine Vorteile für Konsumenten / Erste europäische Studie zu Interbankenentgelten zeigt negative Folgen bei staatlichen Eingriffen (BILD)

Regulierung bringt keine Vorteile für Konsumenten
Erste europäische Studie zu Interbankenentgelten zeigt negative Folgen bei staatlichen Eingriffen (BILD)

Frankfurt am Main (ots) - Eine Regulierung der Interbankenentgelte beschädigt das Gleichgewicht im Zahlungsmarkt und schadet besonders den Verbrauchern - zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von drei spanischen Universitäten. Nachdem Spanien als eines der ersten Länder in Europa die Interbankenentgelte durch einen staatlichen Eingriff künstlich herabgesetzt hat, sind im spanischen Markt zahlreich negative Effekte für die Verbraucher festgestellt worden. So wurden Kartengebühren erhöht oder der Leistungsumfang der Karten eingeschränkt.

Regulierung zu Lasten der Verbraucher

Bei Kreditkartensystemen wird zwischen den Kartenherausgebern und den Acquirern eine Gebühr verrechnet, welche die Acquirer den Herausgebern für Issuing-Dienstleistungen zu entrichten haben. Diese Gebühr wird als Interbankenentgelt oder Multilateral Interchange Fee (MIF) bezeichnet. Spanien ist eines der Länder in der Europäischen Union mit den niedrigsten Interbankenentgelten.

Seit 1999 kam es in dem Land zu zwei Abkommen, die die Reduzierung der MIF festschrieben. Die letztmalige Regulierung erfolgte zwischen 2006 und 2010. Grund war die Annahme der spanischen Regierung, dass dadurch Einsparungen in Höhe von 800 Millionen EUR für Händler und Verbraucher erreicht werden könnten, wodurch sich Verbraucherpreise reduzieren und Services verbessern würden.

Erste europäische Studie belegt negative Folgen

In ihrer Studie "Die Folgen der vorgeschriebenen Reduzierung der multilateralen Interbankenentgelte in Spanien" untersuchen drei Professoren für Wirtschaftswissenschaften und ein Rechtsanwalt die Auswirkungen der Regulierung auf Händler, Banken und Verbraucher. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Reduzierung das notwendige Gleichgewicht im Zahlungsverkehrsmarkt durcheinandergebracht und der Mehrheit aller Beteiligten geschadet hat. Insbesondere Konsumenten drohen Nachteile, sollte eine derartige Regulierung auch in anderen Märkten erfolgen. Die Absenkung der Interbankenentgelte war für die Verbraucher eindeutig von Nachteil, weil die Gebühren angehoben und die Vorteile reduziert wurden.

Die aus Konsumentensicht zentralen Ergebnisse der Studie:

   - Durch die Absenkung der Interbankenentgelte verzeichneten die 
     Kartenausgeber bei den von den Händlern gezahlten Beträgen einen
     Rückgang um 3.329 Mio. EUR. Im Gegenzug mussten sie die Gebühren
     für die Karteninhaber erhöhen, um ihre Kosten für die 
     Bereitstellung von Kartendienstleistungen decken zu können.
   - Die Verbraucher mussten bei den Jahresgebühren für 
     standardmäßige Vier-Parteien-Zahlungskarten eine Erhöhung von 
     mehr als 50 % hinnehmen. Die zusätzlichen Kosten für die 
     Verbraucher belaufen sich auf 2.350 Mio. EUR über die 
     fünfjährige Laufzeit des Abkommens. Auch andere Gebühren wurden 
     erhöht. Für die Verbraucher betrifft dies etwa die 
     Überziehungszinsen und die Gebühren für Forderungen. Darüber 
     hinaus sind die Vorteile für die Verbraucher aus Bonusprogrammen
     und Werbeaktionen zurückgegangen, während sich die Kosten erhöht
     haben. 

Es gibt keine Belege dafür, dass die Verbraucher in Form von geringeren Preisen von der Absenkung der Interbankenentgelte profitiert haben:

   - Den größten Nutzen von der Absenkung der Interbankenentgelte 
     hatten die Händler.
   - Spanische Händler haben im Fünfjahreszeitraum Händlergebühren in
     Höhe von 2.749 Mio. EUR eingespart.
   - Ferner gibt es keine Belege dafür, dass auch nur ein Teil der 
     Kosteneinsparungen in Form von reduzierten Preisen oder 
     verbessertem Service an die Verbraucher weitergegeben wurde.
   - Weder die Händler noch die verantwortlichen Ministerien, die 
     Wettbewerbsbehörde, die spanische Zentralbank oder das nationale
     Statistikinstitut konnten empirische Belege dafür vorlegen, dass
     die Verbraucher in irgendeiner Weise von der Absenkung der 
     Interbankenentgelte profitiert hätten. 

Der elektronische Zahlungsverkehr hat viele Vorteile für Verbraucher, Händler und die Volkswirtschaft. Geringere Kosten durch höhere Effizienz, verbesserte Transparenz und das Vertrauen in die Sicherheit von Zahlungen ermöglichen eine bessere Kontrolle, leisten einen Beitrag zu Bekämpfung von Korruption und Betrug und reduzieren öffentliche Ausgaben. Diese Vorteile finden zunehmend auch von Regierungen Beachtung.

Das spanische Beispiel sollte dazu Anlass geben, die Folgen einer Regulierung der Interbankenentgelte auf nationaler und grenzüberschreitender Ebene gründlich zu bedenken, weil eine solche Regulierung notwendige Innovationen verhindert, den Trend zur Ablösung vom Bargeld hemmt und der Gesellschaft insgesamt schadet. Christian Stolz, General Manager Deutschland MasterCard: "Die Ergebnisse der spanischen Studie zeigen, welche nachteiligen Folgen durch eine staatliche Regulierung des funktionierenden, effizienten Zahlungsverkehrs auch in Deutschland drohen. Wir wollen keine einseitige Belastung für Verbraucher, sondern klare Rahmenbedingungen, die Anreize für Innovationen im Zahlungsverkehr schaffen."

Pressekontakt:

Thorsten Klein, MasterCard Europe 
Tel: 069 / 971-210-75
E-Mail: thorsten_klein@mastercard.com 

Jan-Hendrik Eickmeier, GolinHarris 
Tel: 069 / 913-043-37
E-Mail: jeickmeier@golinharris.com