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Die Zukunft des Private Banking

München (ots) - Weltweite Erholung der verwalteten Vermögen / Private Banking bleibt attraktives Geschäftsfeld / Erträge der deutschen Vermögensverwalter noch immer 11% unter Vorkrisenniveau / Trusted Advisor Rolle als Differenzierungsmerkmal

Mit der Erholung der Finanzmärkte sind die im Private Banking verwalteten Vermögen deutlich gestiegen und liegen insgesamt wieder merklich über den Werten von 2007. Regional zeigen sich jedoch signifikante Unterschiede. Die von deutschen Banken verwalteten Vermögen liegen inzwischen zwar wieder rund 5% über dem Vorkrisenniveau, die Erträge bleiben jedoch weiterhin deutlich hinter den Ergebnissen von 2007 zurück. Wer im Private Banking in Zukunft eine führende Rolle spielen will, muss sich auf seine Stärken konzentrieren, den Kunden einen klaren Mehrwert bieten, über gut ausgebaute digitale Kanäle verfügen und die Kosten im Griff haben. Das ist eines der Ergebnisse aus dem "Global Wealth Management Outlook 2014-15" von Booz & Company. Die internationale Strategieberatung hatte dafür über 150 Senior Executives aus mehr als 15 internationalen Märkten befragt. Dr. Johannes Bussmann, Co-Autor und Finanzexperte bei Booz & Company: "Das Schlimmste ist überstanden. In absehbarer Zeit werden Vorkrisenergebnisse zwar nicht zu erreichen sein, dennoch bleibt Private Banking ein attraktives und überdurchschnittlich profitables Geschäft mit überschaubaren Risiken und geringem Kapitalbedarf."

Handlungsbedarf für das Private Banking

Die Auswirkungen der Finanzkrise und die durch die Krise angestoßenen Veränderungen setzen voraus, dass Banken ihre Geschäftsmodelle den neuen Realitäten anpassen. Laut den Studienergebnissen sind vor allem europäische Vermögensverwalter hiervon betroffen. Diese müssen den deutlich höheren Anforderungen ihrer Anleger an Transparenz ihrer Portfolien und Erträge gerecht werden und ihnen einen Zusatznutzen bringen. Nur so können sie das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Auch die regulatorischen Vorschriften haben sich verändert: FATCA, MiFID II oder die von der Branche erwartete Forderung der OECD nach voller Steuertransparenz, verbunden mit dem automatischen Informationsaustausch, verlangen nach neuen Geschäftsmodellen und werden die Branche nachhaltig verändern. Neben den markant höheren Anforderungen der Regulatoren verändert auch die Digitalisierung das Private Banking. Kunden wollen jederzeit und über verschiedene Kanäle Zugang zu Informationen haben, beraten werden, Angebote bekommen oder Entscheidungen treffen. Diese gestiegenen und weiter steigenden Anforderungen von Regulatoren und Kunden sind bedeutende Kostentreiber. "Die Rückbesinnung auf die Bedeutung von engen Kundenbeziehungen und einer Trusted Advisor Rolle wird zunehmend ein größeres Differenzierungsmerkmal im Markt werden. Hierbei werden vor allem digitale Fähigkeiten eine entscheidende Rolle spielen", so Bussmann weiter.

Wie Vermögensverwalter vom Aufschwung profitieren können

Damit das Private Banking von der weiteren Erholung der Finanzmärkte in den kommenden Jahren profitieren kann, sehen die Experten von Booz & Company Handlungsbedarf in vier Bereichen:

   - Portfolio bereinigen und auf eigene Stärken fokussieren: Auch 
die großen Institute können künftig nicht mehr überall alles 
anbieten. Um Skaleneffekte zu erzielen und Reputationsrisiken zu 
minimieren, sollten Vermögensverwalter sich stärker auf die Märkte 
konzentrieren, in denen sie einen Wettbewerbsvorteil haben oder sich 
diesen erarbeiten können. 
   - Angebot anpassen: Die Angebote müssen den neuen regulatorischen 
Anforderungen und den geänderten Kundenbedürfnissen angepasst werden.
Preise müssen transparent und nachvollziehbar sein. Als Leistung gilt
mehr als je zuvor die erwirtschaftete Performance nach Kosten. 
Vermögensverwalter müssen deshalb Beratungsprozesse und Investment 
Management deutlich verbessern. 
   - Digitale Fähigkeiten ausbauen: Zugang über digitale Kanäle, 
Individualisierung bei gleichzeitiger Industrialisierung, 
personalisierte Informationen, hohe Servicequalität und Effizienz - 
für vieles bilden die digitalen Fähigkeiten heute eine  grundlegende 
Voraussetzung. Es braucht deshalb eine strategische digitale Agenda 
und eine flexible IT. 
   - Kosten dem künftigen Ertragspotenzial anpassen: Der Kostendruck 
wird trotz Wachstum anhalten. Nur mit einer auf Fähigkeiten 
basierenden Strategie und konsequenter Optimierung der gesamten 
Wertschöpfungskette wird das Private Banking Geschäft nachhaltig 
erfolgreich sein. 

Die Vermögensverwaltung, da sind sich die Autoren der Studie einig, bleibt ein attraktives Geschäft. Die Zahl vermögender Privatpersonen steigt in vielen Regionen der Welt weiter an. Wer sich rechtzeitig und richtig auf die neue Realität einstellt, wird von dieser Entwicklung profitieren können.

Über Booz & Company:

Booz & Company (booz.com) ist eine der weltweit führenden Strategieberatungen. Wir entwickeln maßgeschneiderte Problemlösungen und prägen die Senior Agenda international führender Konzerne. Dabei setzen wir auf das Branchenwissen und die Expertise von über 3.000 Mitarbeitern in 57 Büros weltweit. Wir unterstützen unsere Klienten in enger, vertrauensvoller Zusammenarbeit und erarbeiten mit ihnen differenzierende Kernkompetenzen, damit sie sich am Markt positionieren können.

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Davina Zenz-Spitzweg
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Tel.: 089 / 54 52 5 559 oder 0170 / 22 38 559
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