DIN Deutsches Institut für Normung e.V.

Mittelstand im Fokus
Jahrespressekonferenz des DIN Deutsches Institut für Normung e. V. auf der Hannover Messe

Berlin (ots) - Anlässlich der Jahrespressekonferenz des DIN am 21. April 2009 auf der Hannover Messe stellte DIN-Direktor Dr.-Ing. Torsten Bahke das Informationsangebot vor, das das DIN in den letzten Monaten insbesondere zur Unterstützung kleiner und mittelständischer Unternehmen entwickelt hat. "Unser Fokus liegt auf dem erleichterten Zugang sowie auf der Sensibilisierung der Entscheidungsträger für die Bedeutung der Normung für ihr Unternehmen", sagte Bahke. Zugang gelte hier also nicht nur dem Normungsprozess, sondern betreffe in noch stärkerem Maße den Zugang zu Informationen über die für KMU relevanten Normen sowie zu den - oft komplexen - Inhalten der Normen selbst.

Zu den konkreten Maßnahmen gehören u. a. die Bereitstellung von Inhaltsverzeichnissen von DIN-Normen kostenfrei im Internet, die Schaffung von Fachportalen für KMU in Zusammenarbeit mit den Verbänden (z. B. mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes), die Einführung eines Portals zur kostenneutralen Einsicht und Kommentierung von Norm-Entwürfen in der Einspruchsphase, die Bereitstellung von Belegexemplaren für die Experten in den Normungsgremien sowie die Einführung eines Systems zur Durchführung "virtueller Sitzungen", das eine Teilnahme vom Arbeitsplatz aus erlaubt. Des Weiteren hat die DKE zusammen mit dem ZVEH eine "Normen-Hotline" für KMU auf dem Sektor der Elektrotechnik eingerichtet. In diesem Kontext wies Bahke auch auf die neu aufgestellte DIN-Akademie hin, die die Weiterbildungs- und Trainingsangebote des DIN betreut. Für Einsteiger - für KMU besonders geeignet - wird jetzt ein Grundkurs "Basiswissen Normung" angeboten.

In seinen Ausführungen zur übernationalen Normung warnte der DIN-Direktor vor politischen Eingriffen in die europäische Normung. In letzter Zeit gebe es wieder Anzeichen dafür, dass die EU-Kommission eine stärkere Kontrolle über die europäische Normung anstrebt. Die Ende 2008 von der Kommission zusammengestellte Expertengruppe EXPRESS hat die Aufgabe, einen Bericht zu verfassen, der die Entwicklung des europäischen Normungssystems bis 2020 und darüber hinaus skizzieren soll. Sie ist zudem explizit damit beauftragt, die EU-Kommission bei der Vorbereitung von einschlägiger Gesetzgebung zu beraten. "Bestrebungen, die europäische Normung in einem EU-Organ zu zentralisieren, müssen entschieden zurückgewiesen werden", so Bahke.

Im Bereich der Innovation hat das DIN im Vorjahr 40 Projekte und vier Basisuntersuchungen im Rahmen des vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Projekts "Innovation mit Normen und Standards" durchgeführt. Als neues Thema, das in den nächsten Jahren eine tief greifende technische Umwandlung mit sich bringen wird, bezeichnete Bahke die Elektromobilität. Mit der frühzeitigen Einbringung von technischen Regeln in den internationalen Kontext kann die Entwicklung nachhaltig zur Stärkung der deutschen Position beeinflusst werden. Die Voraussetzung hierfür hat das DIN mit der Einrichtung einer eigenen Geschäftsstelle für E-Mobility geschaffen. Von hier aus sollen die vielfältigen Aktivitäten, die auf diesem Gebiet zu erwarten sind, koordiniert werden.

Die Produktion, berichtete Bahke, bleibe auf hohem Niveau stabil. Im vergangenen Jahr wurden 2.237 neue oder aktualisierte DIN-Normen veröffentlicht und 399 DIN-Normen im Lauf des Jahres ohne Ersatz zurückgezogen, weil sie nicht mehr benötigt werden. Der Bestand Ende Dezember 2008 betrug 31.021 DIN-Normen, ein Zuwachs von 305 gegenüber 2007.

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peter.anthony@din.de

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