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Auf die Füße "hören": Diabetes bedingte Nervenschäden werden häufig zu spät erkannt

Diabetiker sollten regelmäßig ihre Füße kontrollieren, um Wunden oder Druckstellen, die in Folge einer diabetesbedingten Nervenschädigung (Neuropathie) nicht wahrgenommen werden, rechtzeitig zu erkennen. Weiterer Text über OTS und www.presseportal.de/pm/43594 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. ...

Berlin (ots) - Ein Diabetes mellitus kann im wahrsten Sinne des Wortes "auf die Nerven gehen": Bei etwa jedem dritten Diabetiker schädigt der erhöhte Blutzucker die Nerven und verursacht eine so genannte diabetische Neuropathie. Experten warnten auf einer Pressekonferenz anlässlich des Kongresses der Deutschen Diabetes Gesellschaft in Berlin: Die diabetische Neuropathie wird häufig zu spät erkannt. Schreitet sie aber ungehindert voran, wird die Behandlung immer schwieriger und das Risiko für schwerwiegende Komplikationen, wie das diabetische Fußsyndrom, steigt. Diabetiker sollten daher auf ihre Füße "hören", so der Appell der Mediziner. Denn dort macht sich die Neuropathie meist zuerst bemerkbar.

Kribbeln, Brennen und Schmerzen in den Füßen oder Händen - das sind die typischen Symptome, unter denen Menschen mit einer diabetischen Neuropathie leiden. Doch nicht immer macht sich diese häufige Folgeerkrankung des Diabetes durch lästige bis quälende Beschwerden bemerkbar, sondern sie kann auch tückisch "still" verlaufen: Häufig führt die Nervenschädigung dazu, dass das Empfindungsvermögen für Berührung, Druck, Temperatur und Schmerz in den Füßen nachlässt, bis hin zur Taubheit. Die schwindende Sensibilität der Nerven wird von Betroffenen kaum oder gar nicht wahrgenommen, was zur Folge hat, dass die Neuropathie häufig sehr spät erkannt wird, wie Prof. Oliver Schnell, München, deutlich machte: In einer aktuellen Studie zeigte sich, dass 77 % Prozent der Patienten mit einem bekannten Diabetes und einer Neuropathie nichts von ihrer Nervenerkrankung wussten.[1] Zu einer ähnlichen Erkenntnis kam die bundesweite Aufklärungsinitiative zur diabetischen Neuropathie "Diabetes! Hören Sie auf Ihre Füße?", bei der interessierte Besucher ihre Nervenfunktion in den Füßen von einem Podologen untersuchen lassen können. Bei fast jedem zweiten der 700 Untersuchten ergaben sich Hinweise auf eine Neuropathie, von der die Betroffenen zumeist nichts wussten.

Frühdiagnose schützt vor irreversiblen Schäden und Komplikationen

Die Früherkennung ist aber für die Prognose der Patienten ganz entscheidend: Mit fortschreitender Nervenschädigung schwinden die therapeutischen Möglichkeiten und das Risiko für schwerwiegende Komplikationen steigt. Die bedeutendste Folgekomplikation der diabetischen Neuropathie ist das diabetische Fußsyndrom, wie Prof. Ralf Lobmann, Stuttgart, ausführte. Das mangelnde Empfindungsvermögen in den Füßen führt dazu, dass Verletzungen nicht wahrgenommen werden. Gleichzeitig fördert die Neuropathie auch Fehlbelastungen und Fehlstellungen der Füße wie Krallenzehen, wodurch leichter Druckstellen entstehen. Und schließlich ist die Haut meist trockener und anfälliger für Wunden, die dann auch noch schlecht heilen. Die Folgen sind fatal: "Jährlich sind in Deutschland rund 50.000 Amputationen auf ein diabetisches Fußsyndrom zurückzuführen", so Lobmann.

Durch regelmäßige Untersuchungen mit einfachen Tests könnte die diabetische Neuropathie frühzeitig erkannt und behandelt werden, sind sich die Experten einig: Sie empfehlen eine jährliche Fußuntersuchung beim Arzt. Außerdem sollten Patienten ihre Füße immer wachsam beobachten und auf gut passendes Schuhwerk achten, damit keine Druckstellen und Wunden entstehen.

Die Nervenschädigung breitet sich meist von den Zehen und Füßen oder Fingern und Händen in Richtung Körpermitte aus. Sie kann aber auch die autonomen Nerven der inneren Organe betreffen. Dadurch kann z.B. die Schmerzwahrnehmung des Herzens betäubt und ein "stummer" Herzinfarkt begünstigt werden.

Drei Säulen der Neuropathie-Behandlung

Bei der Behandlung der diabetischen Neuropathie empfiehlt Prof. Karlheinz Reiners, Würzburg, nach dem Drei-Säulen-Schema vorzugehen. Danach bildet die optimale Stoffwechseleinstellung als erste Säule die Basis sowohl für die Behandlung des Diabetes als auch für die Prävention und Behandlung aller Folgeerkrankungen. Dazu trägt nicht zuletzt ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger Bewegung bei. Das allein scheint aber insbesondere bei Patienten mit Typ-2-Diabetes nicht ausreichend zu sein, um Komplikationen wie die Neuropathie zu vermeiden oder zu verbessern.

Daher betonte Reiners die Bedeutung der zweiten Therapie-Säule, deren Ziel es ist, die schädlichen Auswirkungen des erhöhten Blutzuckers zu bremsen. Hier steht z.B. das Benfotiamin, eine Vorstufe vom Vitamin B1, zur Verfügung. Benfotiamin (z.B. als milgamma® protekt rezeptfrei in Apotheken erhältlich) aktiviert ein Schlüsselenzym des Zucker-Stoffwechsels. Dieses schleust überschüssigen Zucker auf einen "harmlosen" Abbauweg und hemmt so die Bildung nerven- und gefäßschädigender Abbauprodukte, wie z.B. aggressiver Zucker-Eiweißverbindungen (AGEs = Advanced Glycation Endproducts).[2] Welchen Nutzen das für die Patienten haben kann, verdeutlichen Studien, in denen Benfotiamin Beschwerden wie Schmerzen, Taubheit und Brennen in den Füßen linderte und die Nervenfunktion positiv beeinflusste.[3-5] Dabei erwies sich der vitaminähnliche Wirkstoff als sehr gut verträglich.

Letztlich steht als dritte Säule die symptomatische Therapie mit verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln zur Verfügung, die zum Einsatz kommt, wenn die Lebensqualität durch die Schmerzen stark beeinträchtigt ist. Da diese Behandlung auch mit Nebenwirkungen verbunden sein kann, muss der Arzt Nutzen und Risiken abwägen.

Literatur: 
[1] Bongaerts BWC et al., Diabetes Care 2013; 36: 1141-46 
[2] Hammes HP et al., Nat Med 2003; 9: 294-9. 
[3] Stracke H et al., Exp Clin Endocrinol Diabetes 1996 ; 104 :
    311-316 
[4] Haupt E et al., Int J Clin Pharmacol Ther 2005; 43: 71-77 
[5] Stracke H et al., Exp Clin Endocrinol Diabetes 2008; 116:600-605 

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Kerstin Imbery-Will
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